vds-magazin: Heft 5 (Nov 2001)

das neue werk: Penderecki / Sciarrino - Schüler hören Neue Musik

Schülerprojekt zum Konzertzyklus des NDR «Ferner Traum der Tradition« am 23. und 24. November 2001

Anknüpfend an den Erfolg des ersten Schülerprojektes »Schüler hören Neue Musik« anlässlich der Konzerte zu Hans Werner Henzes 75. Geburtstag im Juni dieses Jahres möchte die NDR-Konzertreihe »das neue werk« auch in dieser Spielzeit SchülerInnen und LehrerInnen Gelegenheit geben, zwei herausragende Vertreter der Neuen Musik und ihre Werke kennenzulernen: Krzysztof Penderecki und Salvatore Sciarrino. Diesen beiden Komponisten widmet »das neue werk« einen Konzertzyklus am 23. und 24. November 2001 im Rolf-Liebermann-Studio. Wie schon beim letzten Mal bietet der NDR für diesen Konzertzyklus stark ermäßigte Konzertkarten für Schulklassen sowie Arbeitsmaterial zu Komponisten und Werken an.

Unter dem Titel »Ferner Traum der Tradition« erkundet »das neue werk« mit einer Folge von vier Konzerten das Verhältnis zweier exponierter Vertreter der Neuen Musik zu den Wurzeln und Quellen ihrer Kunst. Den Anfang macht am 23. November Musik des Italieners Salvatore Sciarrino, dessen Schaffen geprägt ist durch seinen literarischen Anspielungsreichtum und die freie Anverwandlung musikalischer Modelle - vom mittelalterlichen Motettenmeister Machaut über Mozart und Bach bis hin zu Cole Porter und Gershwin. Viele von Sciarrinos Stücken gehen aus solchen Bearbeitungen hervor, auch das Hauptstück des Abendkonzertes (20 Uhr), das szenische Kammermusikwerk Vanitas (1981), in dem der Komponist dichterische Meditationen über die Vergänglichkeit musikalisch u.a. in Jazz-Metamorphosen kleidet. Dieser Liebe Sciarrinos zum Jazz trägt das Vorkonzert (18 Uhr) mit dem NDR-Jazzdirigenten Dieter Glawischnig Rechnung, der Improvisationen spielt. Zwischen beiden Konzerten (19 Uhr) führt der Musikwissenschaftler Stefan Drees in einem Vortrag in die Gedankenwelt der Komponisten Sciarrino und Penderecki ein.

Dem kammermusikalisch-intimen Charakter des ersten Tages setzt das Abendkonzert am 24. November (20 Uhr) einen orchestralen Kontrapunkt entgegen. Der Pole Krzysztof Penderecki, langjähriger Gastdirigent des NDR-Sinfonieorchesters, unternimmt mit seinen Musikern einen Ausflug durch 40 Jahre der eigenen kompositorischen Entwicklung. Dabei erlaubt dieser Querschnitt einen guten Einblick in die Wandlungen Pendereckis in seinem Verhältnis zur Tradition. Hauptwerk des Abends ist das Concerto grosso für drei Celli und Orchester, dessen europäische Erstaufführung zu erleben sein wird. Schon der Titel deutet an, dass Penderecki hier - wie oft in seinen jüngeren Werken - auf historische, insbesondere barocke Stil- und Formmuster zurückgreift. Gerade im Vergleich zu Polymorphia wird sich die Weite von Pendereckis kompositorischen Weg zeigen: Polymorphia, das 1961 als Auftragswerk des NDR entstand und nun abermals im »neuen werk« zur Aufführung gelangen wird, ist eine der kühnsten, mit Clustern und extremen Streichertechniken operierenden Klangkompositionen der damaligen Avantgarde. Das Programm wird durch ein Kammermusikwerk Pendereckis aus jüngster Zeit, das Sextett (2000), das Mitglieder des NDR-Sinfonieorchesters im Vorkonzert (18 Uhr) spielen, abgerundet.

Der NDR bietet für Schulklassen ein ermäßigtes Konzert-Gesamtticket zum Preis von DM 18,- pro Person an. In dem Gesamtticket, das ab einer Gruppengröße von 8 Personen gebucht werden kann, ist der Besuch aller vier Konzerte sowie des Einführungsvortrages enthalten. Kartenreservierungen sollten bis spätestens Dienstag, den 6. November 2001eingegangen sein, eine frühzeitige Reservierung ist aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten wünschenswert. Schriftliches Material für die Unterrichtsvorbereitung kann beim NDR angefordert werden. Falls Schulklassen darüber hinaus den NDR auch einmal von einer anderen Seite kennenlernen wollen, vermittelt die Redaktion des »neuen werkes« gerne einen Besuch im Schallarchiv des NDR, dem größten Schallarchiv der ARD.

Weitere Informationen und Kartenbestellungen über: NDR - das neue werk, »Schüler hören Neue Musik«, Rothenbaumchaussee 132-134, 20149 Hamburg, Fax (040) 41 56 - 37 66, od. telefonisch: (040) 6965 8648 (Nina Ermlich - Ansprechpartnerin für »Schüler hören Neue Musik«).

Nina Ermlich (NDR)

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Uni-Tage 2001

So können Sie ganz einfach bei der Bekämpfung des Musiklehrermangels helfen - vorausgesetzt, Sie arbeiten an einer Schule mit gymnasialer Oberstufe: Machen Sie Ihre musikinteressierten Schüler und Schülerinnen auf die Uni-Tage (s. u.) aufmerksam und ermutigen Sie sie, einen Blick in die Musikhochschule und in den Arbeitsbereich Musikpädagogik der Universität zu werfen. Und wenn Sie ein übriges tun wollen, dann erzählen Sie ihnen schon mal etwas über die beiden Möglichkeiten, MusiklehrerIn zu werden:

  • Das Schulmusikstudium findet an der Musikhochschule und am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität statt und bietet eine breite musikalische und pädagogische Ausbildung. Ziel ist das Staatsexamen für eines der drei Lehrämter Grund- und Mittelstufe (LGM), Oberstufe an allgemeinbildenden Schulen (LOA) oder Sonderschule (LSO). Voraussetzung ist das Bestehen der Aufnahmeprüfung. (Diese hatte in der Vergangenheit eine eher abschreckende Wirkung auf junge Leute, die nicht Berufsmusiker, sondern Lehrer werden wollen. Die Hochschule ist allerdings gerade dabei, die Zulassungsmodalitäten grundlegend zu reformieren, um gerade pädagogisch Motivierten den Zugang zum Schulmusikstudium zu ermöglichen. Deshalb sollten Interessierte sorgfältig die jeweils gültigen Aufnahmebedingungen prüfen.)
  • Das Lehramtsstudium mit Lernbereich Musik findet an der Universität statt und bietet neben dem Studium von ein oder zwei (nichtmusikalischen) Schulfächern und der Erziehungswissenschaft eine musikdidaktische Ausbildung. Ziel ist das Staatsexamen für eines der beiden Lehrämter Grund- und Mittelstufe (LGM) oder Sonderschule (LSO). Voraussetzung ist das Vorhandensein der für den Beruf erforderlichen musikalischen Fähigkeiten, denn eine fachliche Ausbildung findet nicht statt; es gibt allerdings auch keine Aufnahmeprüfung. (Der Lernbereich Musik ist natürlich kein Ersatz für das Schulmusikstudium, angesichts des katastrophalen Musiklehrermangels darf aber jede AbsolventIn mit Lernbereich Musik damit rechnen, später als MusiklehrerIn eingesetzt zu werden.)

Hans Jünger

Im Rahmen der Uni-Tage 12. und 13. November 2001 haben die OberstufenschülerInnen in Hamburg die Möglichkeit, sich in Musikhochschule und Universität zu informieren - durch Teilnahme an den folgenden Lehrveranstaltungen und Studienberatungen:

Montag
12. 11.:
Lernbereich

10.00 - 12.15

Hauptseminar
"Spielen und Hören im Grundschul- musikunterricht" für den Lernbereich Musik

Hans Jünger
Fachbereich Erziehungs- wissenschaft
Von-Melle-Park 8
20146 Hamburg
Raum 131

12.30 - 13.30

Beratung für das Studium des Lernbereichs Musik

Dienstag
13. 11.:
Schulmusik

10.00 - 11.30

Seminar für Schulpraxis IIIa

Prof. Dr. Christoph Schönherr
Hochschule für Musik und Theater
Harvestehuder Weg 12
20148 Hamburg
Raum ELA 5

12.00 - 13.30

Seminar für Schulpraxis IIa

13.30 - 14.30

Sprechstunde zum Schulmusikstudium

Mittwoch
14. 11.:

Schulmusik

10.00 - 11.30

Ensemble-Leitung

12.00 - 13.30

Ensemble-Leitung

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Integriertes Schulpraktikum

Erfahrungsbericht einer Schulmusikstudentin

Schulpraktikum – das heißt raus aus der Uni, Erfahrungen sammeln vor Ort, Praxis statt Theorie, oft auch Feststellen, dass vieles anders ist, als man glaubt ... eben Einblicke gewinnen in das angestrebte Berufsfeld. Dieser "Realitätsschock" findet laut Studienplan nach dem dritten Semester im Rahmen des Integrierten Schulpraktikums (ISP) statt.

Was bedeutet ISP?

Seit dem Wintersemester 1996/97 ist die Teilnahme am Integrierten Schulpraktikum (ISP) für alle Lehramtsstudenten verpflichtend. Integriert bedeutet dabei, dass das vierwöchige in den Semesterferien stattfindende Praktikum eingebettet ist in eine Sequenz aus einem einsemestrigen Vorbereitungsseminar unter Anleitung eines Hochschuldozenten und zweier Lehrer und einem einsemestrigen Nachbereitungsseminar, das oftmals als Kompaktveranstaltung durchgeführt wird.

Die Seminare zum ISP "Handlungsorientierter Musikunterricht: Klassenmusizieren" finden am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität unter der Leitung von Hans Jünger statt. Sie wenden sich in erster Linie an die Studenten der Musikhochschule, stehen jedoch auch Lehramtsstudenten mit dem Lernbereich Musik offen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Unser Vorbereitungsseminar zum ISP im Wintersemester 1999/2000 bestand aus 18 Teilnehmern mit sehr unterschiedlichen Einstellungen, Erwartungen, Haltungen. Die Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und der Bezug zur Schulpraxis reichten von der Ausübung von Lehraufträgen über die Leitung von Kinderchören oder Jugendgruppen und die Erteilung von privatem Musikunterricht bis hin zur Aussage "Ich bin selbst mal zur Schule gegangen". Der Aspekt des Klassenmusizierens war für uns alle weitestgehend neu.

Das Seminar war reich an Beispielen und Anekdoten aus dem Schulalltag, so dass sich bald eine Vorstellung vom Klassenmusizieren bildete. Musiklehrer der verschiedenen am Praktikum beteiligten Schulen waren anwesend und stellten sich, ihre Schule, ihre Arbeit vor. Recht zügig wurde dann auch die Einteilung auf die Praktikumsschulen vorgenommen (immer 2-3 Studenten pro Schule), so dass wir beginnen konnten, zu hospitieren, "unsere" Klassen kennen zu lernen und die Arrangements für unsere Unterrichtseinheiten zu erstellen – für die einen kein Problem, bei anderen ein großes Fragezeichen. Letztendlich sind wir aber alle mit etwas in der Hand in die Schule gegangen. Als es dann "ernst" wurde stellte sich also weniger die Frage nach dem Was? als vielmehr die nach dem Wie?. In diesem Punkt hat man sich an den Musiklehrern der jeweiligen Schule orientiert, ihre Stile häufig imitiert.

Die vier Wochen in der Schule haben wir alle gut überstanden, wir haben viel gesehen, erlebt, ausprobiert und natürlich unsere Arrangements in den Klassen erarbeitet.

Im Nachbereitungsseminar wurden diese nun schulerprobten Stücke zu einer Arrangementsammlung zusammengefasst, die sicher dem einen oder anderen noch einmal nützlich sein wird.

Obwohl das Praktikum für alle mit positiven Erlebnissen verbunden war, stellte sich ziemlich deutlich heraus, dass sich nur ein Teil des Seminars vorstellen kann, wirklich einmal als Musiklehrer an einer Schule zu unterrichten.

Fazit

Ein Semester lang hatten wir Zeit, uns auf das anstehende Praktikum vorzubereiten. Es gab die Möglichkeit, Einblicke in die Arbeitsweisen verschiedener Schulen, bzw. Lehrer und damit verbunden verschiedener Formen des Klassenmusizierens zu bekommen. Das Seminar bot weiterhin die Gelegenheit, sich auszutauschen, Fragen zu klären, Anregungen zu bekommen und natürlich die Arrangements für die Schule auszuprobieren, sowie immer die Sicherheit zu wissen: "Du bist nicht allein". Konkrete Tipps für das eigene Unterrichten gab es allerdings erst direkt im Praktikum von den zuständigen Musiklehrern. Vermutlich ist es sinnvoll, vor dem Praktikum bereits die Veranstaltungen zur Musikdidaktik besucht zu haben, welches für uns durch Überschneidungen mit Kursen an der Musikhochschule nicht möglich war. Weiterhin wird inzwischen die Vorbereitungsphase durch das Seminar zur Schulpraxis IIIa an der Musikhochschule ergänzt, in dem es um Arrangiertechniken geht (vgl. vds-magazin 4/2001).

Das Schulpraktikum ist für die allermeisten nicht der erste Kontakt zur Schule in der neuen Rolle als Lehrer, aber auf jeden Fall eine Gelegenheit zu einer genaueren Auseinandersetzung mit dem Schulalltag und den damit verbundenen komplexen Aufgaben, Erfolgen, Problemen ... Die gesammelten Erfahrungen sind natürlich abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der persönlichen Motivation des Einzelnen, der Schule (Schulform, Stadtteil, Einzugsgebiet, Klasse, Arbeitsform ...) und in jedem Fall vom Einsatz des jeweiligen Mentors. Ich denke jedoch, dass jeder für sich einen Eindruck vom Schulalltag als Musiklehrer gewinnen konnte und daraus einen Schluss für sich, seine Vorstellungen, seine Zukunft ziehen konnte. Denn gerade das Schulmusikstudium mit seinen Inhalten und Ansprüchen lässt einen schnell einmal das (eigentliche?) Ziel aus dem Augen verlieren.

Stephanie Kott (Musikhochschule)

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Neu: „Sozietät Musik“

„Wer zählt die Fächer, nennt die Namen ..." - der 13. Juli 2001 wird in die Annalen des Hamburgischen Schulwesens eingehen. VertreterInnen aus allen Bereichen der Lehrerausbildung waren ins IfL geladen, um Gremien zu gründen, die die Zusammenarbeit der drei Phasen der Lehrerbildung (Studium, Vorbereitungsdienst, Fort- und Weiterbildung) verbessern sollen. Alle Institutionen, die für ein Schulfach zuständig sind, sollen von nun an VertreterInnen in eine sogenannte „Sozietät" entsenden; die ProfessorInnen des Fachstudiengangs, die der Fachdidaktik, die FachseminarleiterInnen und die FortbildnerInnen der entsprechenden IfL-Beratungsstelle sollen sich gegenseitig über ihre Arbeit informieren und Ziele, Inhalte und Methoden aufeinander abstimmen. (Außenstehende könnten dies für eine Selbstverständlichkeit halten, aber wer in Hamburg Lehrerstudent oder Referendarin war, weiß, dass zwischen den Anforderungen der 1. Phase, der 2. Phase und der Schulpraxis oft Welten liegen.)

Für das Schulfach Musik war der 13. Juli weniger aufregend. Denn die SchulmusikerInnen an Musikhochschule, Universität, Studienseminar und Institut für Lehrerfortbildung kooperieren schon seit längerem. Neu ist lediglich der Name: bisher „Fachkonferenz Schulmusik", jetzt „Sozietät Musik". Nach wie vor gehören dem Gremium folgende Personen an:

  • für die Hochschule für Musik und Theater:
    Prof. Dr. Wolfgang Hochstein und Prof. Dr. Christoph Schönherr
  • für den Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität (Arbeitsbereich Musikpädagogik):
    Prof. Dr. Hermann J. Kaiser, Hans Jünger
  • für das Studienseminar (Fachseminare Musik):
    Marianne Franz, Kai Jacobs, Jürgen Kreffter, Uve Urban
  • für das Institut für Lehrerfortbildung (Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik):
    Rosemarie Arnold.

Bei Bedarf sollen weitere Personen hinzugezogen werden, z. B. Lehrkräfte der künstlerischen Fächer der Musikhochschule, Studierende oder Referendare. [Inzwischen hat sich die Zusammensetzung der Sozietät etwas geändert - siehe Nachrichten.]

Auch an der Arbeit des umgetauften Gremiums wird sich nichts ändern. Wie bisher wird man sich um engere Verzahnung der einzelnen Elemente der Musiklehrerausbildung bemühen und gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen versuchen. So haben Hochschule und Uni in den vergangenen zwei Jahren ein gemeinsames Curriculum für das Musikdidaktikstudium der Schulmusiker erarbeitet und implementiert, so unterstützt man die Schulmusikabteilung der Hochschule bei der Reform der Aufnahmeprüfung[], so arbeitet man gegenwärtig an einer Lösung des „Lernbereich-Problems" (dem dramatischen MusiklehrerInnenmangel im Grundschulbereich soll mit einer Aufwertung der Ausbildung der LGM-Studierenden bzw. HR-ReferendarInnen in Musik als „drittem Fach" begegnet werden: Ergänzung durch eine fachliche Ausbildung, Teilnahme am Fachseminar Musik).

Hans Jünger

Alle Mitglieder der Sozietät Musik haben ein offenes Ohr für Kritik und Anregungen in Bezug auf die Musiklehrerausbildung. Schriftliche Mitteilungen können per Behördenpost (ohne Leitzahl!) an folgende Adresse geschickt werden:

Sozietät Musik
c/o Hans Jünger
Universität Hamburg
Fachbereich 06
Institut 10
Von-Melle-Park 8
20146 Hamburg
e-Mail: juengerspamfilter@erzwiss.uni-hamburgspamfilter.de

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Schulkreismusizieren

Schulkreismusizieren gibt es mit zwei kurzen Unterbrechungen seit etwa dreißig Jahren in zwei Hamburger Bezirken oder genauer in drei Schulaufsichtsbezirken mit je etwa 25 Grund-, Haupt- und Realschulen.

Das Konzept

  • Die Musikkolleginnen und -kollegen der Schulaufsichtsbezirke treffen sich einmal jährlich und bereiten ein Angebot von etwa zehn Schulkreismusizieren vor.
  • Die Schulkreismusizieren werden möglichst geografisch gestreut und zeitlich über das Jahr verteilt.
  • Die Schulkreismusizieren werden thematisch etwas eingegrenzt, z. B. Weihnachtssingen, Frühlingslieder, Vom Morgen bis zum Abend, Tierlieder, Vom Frühling und vom Sonnenschein, Let's sing and play, Let's sing and play again, Wenn die Blätter fallen und die Winde wehn, Lieder mit Bewegung, Willkommen im Gruselschloss, Von Blumen, Kräutern und Bäumen, Halloween, Lieder und Tänze aus aller Welt, Viva la musica.
  • Jeweils etwa 100 bis 300 Schülerinnen und Schüler nehmen an einem Schulkreismusizieren teil. Sie singen, musizieren oder tanzen gruppen- oder klassenweise eigene Beiträge von fünf bis fünfzehn Minuten Dauer. Häufig wird das Singen von Instrumentalspiel, Tanz oder darstellendem Spiel begleitet.
  • Alle teilnehmenden Klassen oder Gruppen singen gemeinsam in einem großen Chor, meist zu Beginn, in der Mitte oder zum Schluss eines Schulkreismusizierens. Das gemeinsame Singen wird vorbereitet oder direkt mit allen angeleitet.
  • Manchmal tun sich die aktiv an einem Schulkreismusizieren beteiligten Kolleginnen und Kollegen zu einem eigenen musikalischen Beitrag zusammen.,
  • Nur aktiv beteiligte Gruppen dürfen an einem Schulkreismusizieren t e i l n e h m e n.
  • Die Schulkreismusizieren sind Begegnungsveranstaltungen und haben bewusst keinen Wettbewerbscharakter.
  • Die meisten der teilnehmenden Gruppen kommen aus Grundschulen, die Schulkreismusizieren öffnen sich aber anderen Schulformen, den Haupt- und Realschulen, den Gymnasien, den Sonderschulen.

Wirkungen

  • Jede teilnehmende Gruppe bereitet sich intensiv auf ihren Beitrag vor.
  • Auf dem Hintergrund dieser Erfahrung hören die Schülerinnen und Schüler bei den Beiträgen der anderen Gruppen gut zu.
  • Für viele Klassen und Gruppen sind die Schulkreismusizieren sehr motivierend. Sie wollen Lieder und Tänze, die sie gehört und gesehen haben, selbst lernen. Sie besuchen gern weitere Schulkreismusizieren.
  • Die Schulkreismusizieren öffnen sich über die Grundschule hinaus zur Haupt und Realschule, zum Gymnasium, zu Sonderschulen. In der Regel bringt diese Öffnung viele und wertvolle Erfahrungen für die Grundschulkinder.
  • Für die vorbereitenden, aktiv durchführenden und. nachbesprechenden Kolleginnen und Kollegen haben die Schulkreismusizieren auch Fortbildungsaspekte im Kennenlernen, im Erfahrungsaustausch, in Vorbildern, in der Teamarbeit.
  • Aus den Schulkreismusizieren haben sich weitere Gruppenbegegnungen ergeben. Und aus den Vorbereitungstreffen hat sich eine Serie von Veranstaltungen des Instituts für Lehrerfortbildung entwickelt.

Offene Fragen

  • Die meisten Schulkreismusizieren werden geprägt durch Grundschulbeiträge. Ist das Konzept nur für die Grundschule richtig und wichtig?
  • Manchmal fallen angebotene Schulkreismusizieren wegen zu geringer Anmeldezahlen aus. Worin liegt die Ursache? Kann man den Grad an Verbindlichkeit zur Teilnahme steigern?
  • Nur aktive Teilnehmer werden zugelassen. Könnte eine Öffnung die Wirkug der Schulkreismusizieren vergrößern? Sollten interessierte Schülergruppen zum Schnuppern teilnehmen? Sollten Eltern, weitere Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter bei den Schulkreismusizieren dabei sein?

Hans Steinfeld

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Schulen musizieren Osnabrück 2001

A-Orchester des Hansa- und Luisengymnasiums Bergedorf vertritt Hamburg bei der Bundesbegegnung

 

Wann ist eine Konzertreise eigentlich erfolgreich gewesen?

Ist sie es, wenn alles nach Plan verlaufen ist? - Die Konzerte, die Gottesdienstgestaltung, die CD-Aufnahme, die gemeinsamen Ausflüge, die Busfahrten, die Unterbringung, die Verpflegung, die Finanzierung der Reise usw. usw. ?

Jeder Gruppenleiter hat sicher seine eigenen Indikatoren, den Erfolg einer Konzertreise abzulesen. Für mich jedenfalls ist der Stimmungsunterschied zwischen Hin- und Rückfahrt im Bus ein wichtiger Hinweis darauf, inwieweit die Gruppe weiter zusammengewachsen ist, oder eben nicht. Vergleicht man an die noch etwas müde aber auch gedrückt gespannte Stimmung der Orchestermitglieder auf der Hinfahrt - schließlich sollte unser erster Ankunftstermin in Osnabrück nicht etwa die Verteilung auf die Gastfamilien, sondern eine CD-Aufnahme sein - mit der fröhlich ausgelassen singenden Meute der Rückfahrt, war die Bundesbegegnung Schulen musizieren ein riesiger Erfolg!

Das A-Orchester des Hansa- und Luisengymnasiums Bergedorf denkt mit großer Freude an die schönen Erlebnisse zurück. Natürlich haben sich alle über die gelungenen Konzerte gefreut, besonders unsere Geigensolistinnen Irina Stroh, Fiona Rohlfs und Olga Crasemann. Es macht einfach Spaß, ein erarbeitetes Programm an verschiedenen Orten präsentieren zu können. In besonderer Erinnerung wird uns der gemeinsame Auftritt mit dem Hörgeschädigtenorchester aus Leipzig bleiben. Wir werden den schönen Klang, die ungeheure Konzentration beim Spielen sowie die stille Freude der Musizierenden beim Applaus nie vergessen. Eine Einladung an die Leipziger nach Hamburg wird folgen!

Gestaunt haben wir alle über die Vielfalt und Qualität der Beiträge bei den Gruppenkonzerten in der Osnabrücker Stadthalle. Einigen Ensembles ist es gelungen, sich in die Herzen der Zuhörer zu spielen und zu singen. Dabei gab die produzierte Lautstärke oder der sogenannte Zeitgeist keineswegs den Ton an!

Unglaublich und einfach bewundernswert erscheint uns die perfekte Organisation der Bundesbegegnung. Vielen Dank an Herrn Lentz und an alle Organisatoren!!

Für unser Orchester wurde die Stadt Melle zur Heimat. Hier fanden wir eine warmherzige Aufnahme seitens der Eltern und der Schulleitung des Gymnasiums Melle. Herrn Rolf Lieske, dem Motor vor Ort, den gastgebenden Eltern auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die gezeigte Gastfreundschaft!

Johannes Rasch

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Hamburger Schulen musizieren 2002

Ein Festival Hamburger Schulmusik

Die Konzertreihe "Hamburger Schulen musizieren" wird alle zwei Jahre vom Landesverband Hamburg des vds in Zusammenarbeit mit der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung und der Kulturbehörde durchgeführt. "Schulen musizieren" ist kein Wettbewerb, sondern eine Veranstaltungsreihe, welche die ganze Breite schulischen Musizierens zeigen will. Die starke Beteiligung aus den unterschiedlichen Schulformen zeigt, wie attraktiv Musikunterricht an Hamburger Schulen sein kann. Alle Veranstaltungen werden auf Plakaten und Faltblättern sowie in der Presse veröffentlicht. Wir wünschen uns, dass in den Monaten Juni und Juli 2002 (1.6. - 3.7.2002) wieder viele Gruppen teilnehmen werden. Im Jahr 2000 waren es über 100 Gruppen aus 50 Schulen.

Einen besonderen Schwerpunkt findet "Hamburger Schulen musizieren 2002" in einer Reihe von Begegnungskonzerten ( im Jahr 2000: "Nacht der heissen Hörner I+II", "Musik macht Spaß im Zirkus-Manege frei", "Orchesterbegegnung", "Chorbegegnung", "Klassenmusizieren I+II" , "Bigband-Treffen", "Volksdorfer Schulen musizieren", "Harburger Schulen musizieren" ...). Wer ein solches Konzert veranstalten oder daran teilnehmen möchte, melde sich bitte beim Landesbeauftragten. Die Einladungen zur Teilnahme an der Konzertreihe mit dem Anmeldebogen gehen Ende des Jahres über die Behördenpost an alle Schulen.

Johannes Rasch

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Eine Reise nach ...

Reflexionen über das Singspiel „Die Reise nach Lunaland", welches in Zusammenarbeit mit Komponist, Textdichter, Lehrerinnen und Schülern in der Grundschule Eulenkrugstr. in Hamburg entstand

Im September 1999 wurde ich vom Landesmusikrat zu einer Konferenz eingeladen, wo Schulmusiker und Komponisten gemeinsam darüber nachdenken sollten, wie man moderne Musik Schülern näher bringen könnte. Daraus entstand das Projekt „Eine Reise in die Musik des 21. Jahrhunderts", wo u. a. Schulmusiker mit Komponisten zusammengeführt wurden. Ich lernte den Komponisten Sebastian Sprenger kennen, der dann als Auftragswerk vom Landesmusikrat, gemeinsam mit Sören Ingwersen das Singspiel „Die Reise nach Lunaland" erdachte. In diesem Stück erfährt die Familie Mooshaupt auf mysteriösem Wege von einem Reisegewinn ins unbekannte Lunaland. Von der Aussicht auf einen Badeurlaub verlockt, tritt sie die Fahrt an, doch vor Ort trifft sie statt des erhofften Sandstrandes lediglich ein finsteres, altes Schloss an, in dem die Meerjungfrau Marina von dem Zauberer Zappo gefangen gehalten wird ...

Für den Theateranteil, suchte ich eine Kollegin, die Lust zur Zusammenarbeit hatte und sich vorstellen konnte, dass einige Kinder ihrer Klasse die Rollen übernehmen würden. Eine 4. Klasse bot sich an:

Die Kinder dieser Klasse waren alle im Chor, bei vielen von ihnen konnte ich mir vorstellen, dass sie gerne Theater spielen würden und mit dieser Kollegin, die musischen Dingen gegenüber sehr offen ist, wollte ich gerne einmal zusammen arbeiten.

Eine Aufführung sollte es im Verlauf des vierten Schuljahres sowieso geben und ich wollte gerne einmal das umsetzen, was ich in einer kurzen Theaterfortbildung gelernt hatte. Außerdem hat mich die Zusammenarbeit mit mehreren Leuten gereizt und deswegen war ich gleich zur Mitarbeit bereit, ohne das Stück und die Musik zu kennen.

Im Januar 2001 begannen die einmal wöchentlich stattfindenden Chorproben für das Stück und ab Ende April probten wir zweimal wöchentlich die Theaterszenen, bis beide Teile Mitte Juni zusammengeführt wurden.

Ende Mai ergab sich noch die Möglichkeit, eine Radioaufnahme für einen freien Sender zu machen und im Anschluss daran für die Kinder eine CD davon zu pressen. Mitte Juni sangen wir bei der Abschlussveranstaltung für „Eine Reise in die Musik des 21. Jahrhunderts" in der kleinen Musikhalle und Ende Juni fanden dann zwei große Aufführungen in der Schule statt, die sehr viel positive Resonanz fanden.

Der erste Entwurf der Geschichte war so umfangreich, dass er für unsere Grundschulkinder nicht zu bewältigen war. Nachdem Sören Ingwersen die schwierige Aufgabe des Kürzens bewältigt hatte, wobei die sehr gelungenen Liedtexte unverändert blieben, erschien uns die letzte Fassung „spielbar" und ließ den Kindern vor allem Raum, ihre Rollen auszufüllen. Obwohl sie die Texte auswendig gelernt hatten, durften sie nach eigenem Ermessen relativ frei sprechen und konnten sich durch viele vorangehende Übungen in die Spielsituation ein finden. Dadurch „erfanden" sie ganze Szenen zusätzlich, die die Absicht des Autors verstärkten. Diese Art der Arbeit war für mich ganz neu und eine sehr positive Erfahrung, denn die Kinder haben sich in ihrer Rolle enorm entwickelt, gewannen durch die Beteiligung an der Entwicklung des Stückes nicht nur Spielfreude, sondern auch viel Sicherheit und Selbstbewusstsein, das auch über die Schule hinaus sichtbar wurde. Dieses wurde auch noch verstärkt durch die Rolle des erwachsenen Zauberers Zappo, der von Hanno Andersen dargestellt wurde.

Insofern war für mich die Arbeit an sich besonders wichtig. Natürlich haben wir auf die Aufführung hin gearbeitet und dass sie gelang, war ein wunderbarer Abschluss. Unter dem Aspekt „der Weg ist das Ziel" hat sie für mich jedoch eine untergeordnete Bedeutung.

Die Musik, die für unseren Chor entstanden ist, halte ich für sehr gelungen. Sie ist „modern", mit ungewöhnlichen Rhythmen (z. B. 11/8 und 10/8 Takt im Wechsel), hat einige für Kinder „ungewohnte" Harmonien und ist sehr „schmissig". Noch Wochen nach den Aufführungen haben Chorkinder und Zuschauer in der Schule und zu Hause die Lieder gesungen. Am Anfang dachte ich, dass viele Lieder rhythmisch und melodisch zu schwierig seien, aber die Praxis hat genau das Gegenteil bewiesen. Insofern freue ich mich sehr darüber, dass es Sebastian gelungen ist, neue, gute Musik für Kinder zu schreiben.

Für mich standen von Anfang an die Aufführungen als großes Ziel im Vordergrund, weil bei einem Konzert die Musik noch viel intensiver empfunden wird als bei den Proben. Aber der Weg zu diesem gelungenen Ziel hat mir mal wieder gezeigt, welchen Einfluss und welchen Stellenwert musische Arbeit in der Schule hat.

Im Laufe der Zeit hat sich also eine sehr fruchtbare und intensive Zusammenarbeit auf allen Gebieten entwickelt.

Sebastian Sprenger erklärte sich zunächst nur bereit, bei einigen Proben zu korrepetieren. Damit begann er direkt Anfang Januar. Für ihn war die Erarbeitung seiner eigenen Stücke und die daraus entstehende Musik dann aber so interessant, dass er von da an in jeder Chorprobe korrepetierte. Das hat für mich die Erarbeitung der Stücke sehr vereinfacht. Dabei hat sich auch immer wieder eine Diskussion über die Interpretation der einzelnen Lieder ergeben. Ich habe Teile der Musik total anders interpretiert, als Sebastian sie sich vorgestellt hatte. Und in der regelmäßigen Auseinandersetzung darüber haben wir immer einen Konsens gefunden. An diesem spannenden Prozess waren auch die Chorkinder sehr interessiert und beteiligt.

Dem Inhalt des Stückes stand ich beim ersten Kennenlernen etwas kritisch gegenüber und habe in der Auseinandersetzung mit Sören vorsichtig, aber mit Erfolg versucht, ihn zu kleinen inhaltlichen Änderungen zu bewegen - im Hinblick darauf, was mir auf unserer Bühne mit den vorhandenen Mitteln machbar erschien. Bei den wichtigen Proben auf der Bühne war Sören glücklicherweise immer dabei, obwohl er weder geplant noch erwartet hatte, wie wichtig dies sowohl für die Kinder als auch für mich war, denn dadurch konnte viel genauer gearbeitet werden. Gemeinsam mit ihm und den Kindern entstanden so die Szenen, das Bühnenbild und die Beleuchtung.

An dem gesamten Prozess waren viele Eltern von Chorkindern beteiligt, die das Projekt begrüßt und sowohl ideell als auch praktisch unterstützt haben.

Sebastian und Sören hatten wenige Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und haben sich im Verlauf unserer Arbeit intensiv auf die Kinder und uns eingelassen. Wir haben uns besonders gefreut über ihre Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und zeitliche Flexibilität, mit der sie sich auf die engen zeitlichen Bedingungen in der Schule einstellen konnten.

Wir konnten wieder einmal feststellen, dass Teamarbeit entlastet, bereichert und zu Ergebnissen führt, die man sich allein nicht vorstellen konnte.

Das eigentlich Besondere an diesem Projekt war jedoch auch für uns die Teilnahme an der „Reise in die Musik des 21. Jahrhunderts". So hatten wir als Lehrerinnen die Möglichkeit, mit jungen Künstlern und den Schulkindern Neues zu erarbeiten und zu gestalten.

Marianne Steinfeld & Gudrun Richter (Schule Eulenkrugstraße)

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Ästhetische Bildung: Mit Körper und Stimme

Jahrestagung 2001 der MusiklehrerInnen in Hamburg

Das Hamburger Institut für Lehrerfortbildung veranstaltet die diesjährige Herbsttagung, die sich besonders an MusiklehrerInnen in Gesamtschulen und Gymnasien wendet, vom Donnerstag, den 22. November (15:00 Uhr) bis Freitag, den 23. November (20:30) im CVJM-Heim "Sunderhof"/Seevetal, 15 Kilometer südlich von Hamburg.

Die geplanten Veranstaltungen: Eine handlungsorientierte Eröffnung mit Körper-Klang-Skulpturen (Wallbaum), anschließend eine Diskussionsrunde mit den Verfassern über die neuen Rahmenpläne für Musik, Sing and Move (Anke Rentz), Gospel: Der Selbstgänger und "Shackles" (Sörin Bergmann), Shackles: Der Tanz zum Gospelchor (Bettina Ohligschläger), afrikanische Gesänge (Marie-Ann Henkel), Improvisation mit dem Chor (Udo Petersen), Streiten nach den Regeln des Rap (Friedrich Neumann), Die Dornenhecke, eine Musik- und Tanzimprovisation im Musical (Astrid Demattia u.a.), Bodypercussion (NN) und ein Gesprächskreis "Musik in der Oberstufe".

Es können auch LehrerInnen anderer Bundesländer teilnehmen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos, Unterkunft und Verpflegung kosten ca. 100,- DM. Auskunft unter 040 / 42801-2671 (Do 14-15:30) oder –2635.

Christopher Wallbaum

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Informations- und Fortbildungsangebote des Instituts für Lehrerfortbildung in Hamburg

Möchten Sie sich ausführlich und in Ruhe neues Unterrichtsmaterial ansehen? Suchen Sie ein spezielles Arrangement, einen Artikel in Heft X der Fachzeitschrift Y?

Auf solche und andere Fragen weiß Rosemarie Arnold, die Leiterin der Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik, Antworten. Seit 15 Jahren ist Frau Arnold kompetenter Ansprechpartner an dieser Einrichtung. Ihr Wissen und Erfahrungsschatz beruhen auf jahrelanger Schulpraxis und ihrer Tätigkeit als Fachseminarleiterin Musik.

Angebote:

  • Beratung zu Didaktik und Methodik des Musikunterrichts
  • Beratung bei Fachraumausstattung, Instrumentenbeschaffung und Reparatur
  • Lehr- und Arbeitsmittel, Selbstbauinstrumente zum Ansehen und Nachbauen
  • Bücherei mit Schulbüchern, didaktischer Literatur, Zeitschriften, Arbeitsblättern, Arrangements und Tonträgern (aus der Bücherei kann Material – mit Ausnahme der Tonträger – ausgeliehen werden)
  • Die Sprechzeiten sind täglich nach Anmeldung.

Darüber hinaus werden zahlreiche Fortbildungen angeboten, wobei zur Zeit der Schwerpunkt in der Primarstufe liegt. Wünsche nach speziellen Weiterbildungsangeboten können angemeldet werden.

Die Angebote werden veröffentlicht im Verzeichnis des Instituts für Lehrerfortbildung "IfL aktuell" und im Internet (detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen). Anfragen sind auch per e-Mail möglich.

Die Fortbildungen sind auch offen für nicht im Hamburger Schuldienst beschäftigte Schulmusiker.

Beispiele aus dem aktuellen Fortbildungsangebot:

  • Rosemarie Arnold u. a.: Musik in unserer Stadt. Materialien und praktische Vorschläge zu den neuen Rahmenplänen unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte für Beobachtungsstufe und Sekundarstufe I. Einführungstreffen: 25. September, 16:00 Uhr, weitere Treffen an verschiedenen Orten.
  • Dr. Christopher Wallbaum u. a.: Jahrestagung für MusiklehrerInnen an Gymnasien und Gesamtschulen. Donnerstag, 22. November, 16:00 Uhr, bis Freitag, 23. November, 21:00 Uhr. Ort: Sunderhof/Seevetal.
  • Rosemarie Arnold, Marianne Franz: Weihnachtsmusik für die Klassen 3 bis 5. Dienstag, 6. November, 16:00 bis 18:00 Uhr.
  • Rosemarie Arnold u. a.: Grieg in der Schule – ein norwegisch-deutsches Schulprojekt. Für die Zeit vom 4. bis 8. Februar 2002 sind Schulbesuche und die Besichtigung von Projektergebnissen durch die Projektleiterin Grete Lächert vom Außenministerium in Oslo geplant. Interessenten (auch "Neueinsteiger") melden sich bitte bei Rosemarie Arnold. Sie erhalten bei Bedarf Unterrichtsmaterial und können Termine für eine Präsentation verabreden.
  • Rosemarie Arnold, Marianne Franz u. a.: Musikwerkstatt 2002. Tagung für Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- und SonderschullehrerInnen. Donnerstag, 11. April 2002, 9:00 Uhr, bis Samstag, 13. April 2002, 12:00 Uhr. In mehreren Parallelveranstaltungen für die verschiedenen Klassenstufen geht es um konkrete Unterrichtsbeispiele zu Themen aus den neuen Rahmenplänen für die Grundschule und die Sekundarstufe I. Zahlreiche Schülergruppen werden mitwirken.

Wenn nicht anders angegeben finden die Veranstaltungen in der Außenstelle Hartsprung des IfL statt (siehe Adresse).

Claudia Cerachowitz

Für Anmeldungen und weitere Informationen wenden Sie sich an:

IfL Institut für Lehrerfortbildung
Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik / Leitzahl 283/5030
Rosemarie Arnold
Hartsprung 23
22529 Hamburg
Tel.: 040/42801-2635
Fax: 040/42801-2877
e-Mail: arnold.iflspamfilter@hh.schulespamfilter.de

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Ein Loch ist im Eimer!

Suche nach Gründen für den MusiklehrerInnenmangel in Hamburg

Wenn der Topp aber nun a Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Nimm Struh, du dumme Liese, nimm Struh, stopp es zu!"
aus: Deutscher Liederhort, gesammelt von Ludwig Erk,
fortgesetzt von Franz M. Böhme, 3. Band, Leipzig 1894, Nr. 1741

Der Mangel an MusiklehrerInnen nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Der Bundesvorstand des vds hat kürzlich Schätzungen veröffentlicht, wonach an bundesdeutschen Gymnasien nur 65%, an Haupt- und Realschulen nur 30% und an Grundschulen sogar nur 20% des in den Stundentafeln vorgesehenen Musikunterrichts von Fachkräften erteilt wird; bis zu 80% des Musikunterrichts wird also „fachfremd" gegeben oder fällt einfach aus. Zahlen für Hamburg fehlen noch, doch dürfte die Situation hier nicht viel anders sein als in den übrigen Bundesländern.

Ich möchte im Folgenden der Frage nach den Ursachen dieses Mangels nachgehen und Möglichkeiten zu seiner Behebung andeuten. Dabei werde ich mich auf die Probleme der Lehrerausbildung konzentrieren. Natürlich hat der Mangel an MusiklehrerInnen auch ganz wesentlich mit den immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen zu tun (längst rollt man keine roten Teppiche mehr aus). Und natürlich spielt auch eine Rolle, dass das Image der Lehrer immer schlechter wird (wer möchte gerne „fauler Sack" genannt werden?). Doch diese Probleme haben andere Fächer auch. Dass gerade der Musikunterricht besonders stark betroffen ist, lässt sich meiner Meinung nur mit Fehlentwicklungen in der Musiklehrerausbildung erklären.

Bei SchulabgängerInnen scheint das Interesse am Beruf der MusiklehrerIn durchaus noch vorhanden zu sein. Dafür sprechen sowohl die Bewerberzahlen bei der Aufnahmeprüfung für das Schulmusikstudium als auch die starke Nachfrage der Grund- und Mittelstufe-Studierenden an der Universität nach dem Lernbereich Musik. Aber irgendwo auf der Strecke zwischen Abitur und Pensionierung scheint allzu viele der Mut zu verlassen. Es ist also zuerst die Frage zu klären, an welcher Stelle die Entscheidung für eine andere Karriere stattfindet.

1. Wo sind die Löcher?

Der Eimer in dem bekannten Lied hat nur ein Loch. Wenn man dagegen das Musiklehrerleben vom Abitur bis zur Pensionierung systematisch nach Ausstiegsmöglichkeiten durchsucht, stößt man auf fünf „Löcher", durch die potentielle oder bereits praktizierende MusiklehrerInnen sich vom Musiklehrerberuf verabschieden:

Loch 1: Abiturienten (auch solche, die die nötigen Voraussetzungen - musikalische und pädagogische Potentiale - mitbrächten) entscheiden sich gegen ein Schulmusikstudium.

Loch 2: Bewerber (auch solche, die die nötigen Voraussetzungen mitbrächten) scheitern an der Aufnahmeprüfung.

Loch 3: Hochschulabsolventen, die das 1. Staatsexamen bestanden haben, entscheiden sich gegen das Referendariat.

Loch 4: Referendare, die das 2. Staatsexamen bestanden haben, entscheiden sich gegen den Schuldienst.

Loch 5: Praktizierende Musiklehrer scheiden vorzeitig aus dem Schuldienst aus.

Die wichtige Frage nach der Größe dieser fünf Löcher, d. h. nach der Anzahl der „Aussteiger" an den verschiedenen Stellen und damit nach dem jeweiligen Handlungsbedarf, lässt sich derzeit nicht beantworten, weil konkrete Zahlen fehlen (eine entsprechende Recherche in der Hamburger Schulbehörde läuft). Schon jetzt aber lassen sich Mutmaßungen über die Gründe anstellen, aus denen jeweils die Entscheidung für eine andere Tätigkeit getroffen wird.

2. Woher kommen die Löcher?

Es ist nicht einfach, den Ursachen für den Ausstieg aus der Musiklehrerkarriere auf die Spur zu kommen. Statt auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Motivforschung zurückgreifen zu können, bin ich bei meinen Mutmaßungen auf meine persönlichen Erfahrungen angewiesen - als Musiklehrer an einer Gesamtschule, als Dozent am Institut für Lehrerfortbildung und als abgeordnete Lehrkraft an der Universität. Entsprechend subjektiv ist meine Antwort auf die Frage, welchen Beitrag die Musiklehrerausbildung zur Verschärfung des Musiklehrermangels leistet.

Loch 1: Die geringe Nachfrage nach dem Schulmusikstudium lässt sich mit den nach wie vor zu hohen künstlerischen Anforderungen in den Aufnahmeprüfungen der Musikhochschulen erklären. Viele potentielle Bewerber werden abgeschreckt, darunter vor allem solche, die an der pädagogischen Seite des Musiklehrerberufes interessiert sind, aber auch die, deren musikalische Interessen und Kompetenzen nicht im Bereich der abendländischen Kunstmusik liegen, sondern eher in Jazz, Rock, Folklore usw.

Loch 2: Auch das häufige Scheitern in der Aufnahmeprüfung lässt sich mit den zu hohen künstlerischen Anforderungen in der Aufnahmeprüfung erklären. Von den Bewerbern werden mehr musikalische Kompetenzen erwartet, als für den Beruf des Musiklehrers tatsächlich notwendig sind. Andererseits finden evtl. vorhandene pädagogische Kompetenzen wenig Beachtung. (Groteskerweise liegen die künstlerischen Anforderungen im 1. Staatsexamen oft kaum über denen der Aufnahmeprüfung.)

Loch 3: Die geringe Zahl von Hochschulabsolventen, die nach dem 1. Examen in den Vorbereitungsdienst gehen, lässt sich mit der Angst der potentiellen Referendare vor der Schule erklären. Viele fürchten, einerseits ihre musikalischen Interessen und Fähigkeiten in der Schule nicht ausleben zu können, andererseits den pädagogischen Anforderungen des Lehrerberufs nicht gerecht zu werden. Dass diese Furcht in vielen Fällen durchaus berechtigt ist, hängt mit dem einseitig künstlerisch ausgerichteten Studium der Mehrzahl der Schulmusikstudierenden zusammen. Hierfür ist vorrangig nicht das Lehrangebot der Musikhochschulen verantwortlich (dieses ist nämlich mitunter schon recht gut auf die Anforderungen des Berufs abgestimmt), sondern die Studienmotivation vieler Schulmusikstudierender, die eher auf Künstlertum als auf den Lehrerberuf ausgerichtet ist, und damit letztlich wieder die Aufnahmeprüfung, die künstlerisch orientierte Bewerber bevorzugt, pädagogisch orientierte dagegen benachteiligt.

Loch 4: Die geringe Zahl von Referendaren, die nach dem 2. Examen in den Hamburger Schuldienst gehen, lässt sich mit dem Praxisschock erklären, den Referendare erleiden, wenn sie ungenügend vorbereitet mit der Realität des Lehrerberufs konfrontiert werden. Dieses Erlebnis lässt sich wieder auf das einseitig künstlerische Studium, das nur unvollkommen auf den Beruf vorbereitet, auf die einseitig künstlerische Studienmotivation, die pädagogische Studienangebote ausschlagen lässt, und damit letztlich wieder auf die einseitig künstlerische Aufnahmeprüfung zurückführen.

Loch 5: Die im Vergleich mit anderen Fächern große Zahl von MusiklehrerInnen, die in und an ihrem Beruf leiden und sich deshalb vor Erreichen des Pensionsalters in den Ruhestand versetzen lassen oder andere Fluchtmöglichkeiten ergreifen (wie z. B. verstärktes Unterrichten des Zweitfachs, Berufswechsel, Auswanderung), lässt sich mit der Diskrepanz zwischen künstlerischem Selbstverständnis („zu allererst sind wir doch Musiker") und den pädagogischen Anforderungen der Schulrealität („dafür bin ich nicht ausgebildet") erklären. Auch dieses Problem lässt sich letztlich wieder auf die einseitig künstlerische Aufnahmeprüfung zurückführen.

Das nachfolgende Diagramm soll diese Zusammenhänge veranschaulichen. Von oben nach unten gelesen beantwortet es Schritt für Schritt die Frage nach den Ursachen: Musiklehrermangel ist auf Nachwuchsmangel und Burnout zurückzuführen. Für den Nachwuchsmangel wiederum sind Entscheidungen gegen den Lehrerberuf verantwortlich, die nach dem Abitur, nach dem Studium oder nach dem Referendariat getroffen werden - usw. Ausgeblendet sind Gründe, die außerhalb der Musiklehrerausbildung liegen (wie z. B. die bereits erwähnten Faktoren Arbeitsbedingungen und Image).

Wie das Diagramm verdeutlicht, lande ich bei der Forschung nach den Ursachen des Musiklehrermangels auf verschiedenen Wegen immer wieder bei der Aufnahmeprüfung. Gemessen an den Anforderungen des Berufs sind deren künstlerische Anforderungen zu hoch und zu einseitig auf die abendländische Kunstmusik gerichtet, während pädagogische Motivationen und Kompetenzen eine zu geringe Rolle als Auswahlkriterium spielen. Diese Fehlorientierung ergibt sich wohl weniger aus veralteten Aufnahmeprüfungsordnungen als aus der Besetzung der Aufnahmeprüfungsausschüsse mit Instrumental- und GesangsprofessorInnen, denen auf Grund ihrer beruflichen Sozialisation pädagogische Kriterien in der Regel fremd, künstlerische Kriterien dagegen ausgesprochen wichtig sind. Musikpädagogen, die an ihre Stelle treten und alternative Kriterien vertreten könnten, sind aber rar. Und mit der Frage, wieso es so wenige Musikpädagogen gibt, beißt sich - wie in dem Lied vom Loch im Eimer - die Katze in den Schwanz.

3. Wie stopfen wir die Löcher?

Zur Lösung des Problems fallen mir drei alternative Maßnahmen unterschiedlicher Tragweite ein, die ich hier nur kurz skizzieren möchte. (Sie sind übrigens keineswegs neu, sondern hier und da schon mit unterschiedlichem Erfolg erprobt worden.)

Lösung 1: Die Aufnahmeprüfung für das Schulmusikstudium wird geändert. Dazu gehört,

  • dass musikalisch-künstlerische Kompetenzen schon dann als ausreichend betrachtet werden, wenn sie mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen erfolgreichen Abschluss des Schulmusikstudiums erwarten lassen (die Anforderungen der Aufnahmeprüfung müssen deutlich unter denen des 1. Staatsexamens liegen);
  • dass auch Kompetenzen in musikalischen Bereichen außerhalb der abendländischen Kunstmusik anerkannt und gewertet werden (eine Aufnahmeprüfung, die den Anforderungen des angestrebten Berufs prognostisch gerecht werden will, darf Jazz, Rock, Pop, Folklore nicht ausklammern);
  • dass die pädagogischen Kompetenzen und Entwicklungspotentiale der Prüflinge genauso intensiv geprüft werden und mindestens ebenso stark gewichtet werden wie musikalisch-künstlerische (ein „Motivationsbericht" ist nicht ausreichend, und einige Hochschulen machen bereits vor, dass es auch anders geht).

Außerdem werden die Aufnahmeprüfungsausschüsse von der Schulmusikabteilung mit Personen besetzt, die in der Lage und bereit sind, in der beschriebenen Weise zu prüfen und zu entscheiden.

Lässt sich Lösung 1 nicht verwirklichen, muss radikaler geändert werden:

Lösung 2: Die Aufnahmeprüfung wird abgeschafft.

Für die Vergabe der Studienplätze an die vorhandenen Bewerber muss dann ein anderes Verfahren gewählt werden, z. B. Teilnahme an der ZVS. Möglicherweise ist auch eine Studieneingangsphase mit Prognosefunktion sinnvoll. Vielleicht führt sogar das Verlosen der Studienplätze zu einem besseren Ergebnis als eine Aufnahmeprüfung, die nur Studierende in die Hochschule lässt, die eigentlich gar nicht in die Schule wollen.

Ist auch Lösung 2 nicht durchzusetzen, bleibt nur eines übrig:

Lösung 3: Eine musikpädagogische Hochschule wird gegründet.

Die Schulmusikabteilung wird - natürlich inclusive Ressourcen - aus der Musikhochschule herausgenommen und zu einem eigenständigen Institut mit eigenem Lehrpersonal aufgewertet. Diese Lösung hätte natürlich eine Verarmung auf beiden Seiten zur Folge. An der Musikhochschule würde z. B. der Lehrkörper drastisch verkleinert, und auch klimatisch würde sich der Verlust der Schulmusikstudierenden bemerkbar machen. Für die Schulmusiker wiederum würden der Kontakt und die Auseinandersetzung mit den KünstlerInnen wegfallen, und eine musikpädagogische Hochschule könnte möglicherweise nur zweitrangiges künsterisches Lehrpersonal anwerben. Eine solche Konstruktion hätte aber einen entscheidenden Vorteil: Sie würde LehrerInnen statt KünstlerInnen ausbilden.

Nachbemerkung: Sollte sich jemand durch meine Ausführungen provoziert fühlen, dann ist das durchaus in meinem Sinne. Viel zu lange schon schieben wir das Problem der Musiklehrerausbildung und vor allem der Aufnahmeprüfung vor uns her - ich finde, es wird Zeit, dass etwas Bewegung in die Sache kommt. Damit wir die Löcher im Eimer stopfen können.

Hans Jünger

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Das Netzwerk NHS in Hamburg

Ein Kooperationsmodell zwischen Musikhochschule und Schule

Mit dem seit nunmehr drei Jahren gültigen Studienplan für die Schulmusik-Studiengänge an der Hamburger Musikhochschule wurde den Forderungen nach mehr Praxisbezug des Schulmusikstudiums Rechnung getragen (siehe etwa die Empfehlungen zur Lehrerbildung in der Entschließung des 186. Plenums der Hochschulrektorenkonferenz HRK vom 2. 11. 1998). Im Rahmen der neu eingeführten Seminare zur Schulpraxis finden die Vor- und Nachbereitung sowie die Durchführung von Schulhospitationen und Unterrichtsversuchen statt. Das Netzwerk NHS in Hamburg bietet den idealen organisatorischen Rahmen für die Praxisanbindung der Schulmusik-Studiengänge.
1999 wurde an der Hamburger Musikhochschule eine Professur für Schulische Musizierpraxis und ihre Didaktik eingerichtet. Ihr sind die neuen Seminare zur Schulpraxis zugeordnet. Das inhaltliche Profil dieses Lehrstuhls ist in der Bundesrepublik bisher einzigartig. Es bietet die Chance, die so bitter nötige Verbindung zwischen Praxis und Theoriebildung zu schaffen. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung der neuen Stelle wird von der Überzeugung getragen, dass für die Schule im eigenen Musizieren die zentrale Zugangsform zur Musik zu sehen ist.

In einer sehr fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Musikhochschule und Schulbehörde (BSJB) wurde nun ein Kooperationsmodell entwickelt, das von beiden Seiten finanziell und konzeptionell getragen wird. Dieses soll nun hier vorgestellt werden:

Die vorbereitenden Seminare zur Schulpraxis im 2. Studienjahr

(Auf die Seminare zur Schulpraxis im 1. Studienjahr wird hier nicht weiter eingegangen, da sie studieneinführenden Charakter haben und nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum Netzwerk NHS stehen.)

(3.Semester = Seminare zur Schulpraxis II a)
Es beginnt sehr praktisch mit der Frage: Was muß ich als angehender Musiklehrer (ich bitte um Verständnis, wenn ich mich aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf die Verwendung der kürzeren männlichen Formen beschränke) alles können, um für das Musizieren im Klassenverband möglichst maßgeschneiderte Angebote machen zu können? Es geht also um das Erstellen binnendifferenzierender Spielvorlagen, mit denen Über- und Unterforderungen beim gemeinsamen Musizieren vermieden werden. Dabei sind ganz unterschiedliche Ausgangssituationen im Blick: von der Lerngruppe, in der niemand ein Instrument spielen kann bis zu sog. Musikklassen an Schulen mit einem entsprechenden Schwerpunkt.
Zum zu erwerbenden "Handwerkszeug" gehören z.B. die

  • Begleit-Grundpatterns für die gebräuchlichsten Stile (Rock, Latin, Swing etc.),
    Grundfertigkeiten auf den Instrumenten der Rhythmusgruppe (p,g,b,dr),
  • einfache Arrangiertechniken ( z.B. guide-lines, background-Satz, call & response, Aufbau und Notation einer Partitur, "Dramaturgie" eines Arrangements)
  • Instrumentation (Hinweise zur Notation und Tonumfang, Fragen wie: Welches Schwierigkeiten haben Anfänger auf den jeweiligen Instrumenten? Welches Instrument lässt sich am Besten durch welches Instrument ersetzen? Ferner geht es um verschiedene Vorlagen, die als Ausgangspunkt für ein Arrangement dienen: Leadsheet, Chorsatz, Klaviersatz, Umarbeiten eines vorhandenen Instrumentalsatzes für die spezielle Musiziersituation)

Alle Studierenden schreiben für die sich zufällig ergebende instrumentale Besetzung des Seminars ein kleines Arrangement, das in der Gruppe erprobt wird.
Wie eingangs bereits gesagt, wird ganz praktisch begonnen, doch der induktive Weg führt vom (handwerklich/methodischen) Einzelproblem zu übergeordneten Fragen: Welches Ziel verfolgen wir mit dem Musizieren, und welchen Stellenwert soll es im Rahmen des Musikunterrichts haben?

(4. Semester = Seminare zur Schulpraxis II b)
Es geht also nicht nur darum, die künftigen Musiklehrer mit dem nötigen handwerklichen Rüstzeug auszustatten, sondern darüber hinaus wird die Entwicklung einer angemessenen didaktischen Begründung für das Musizieren in der Schule angestrebt. Damit das spätere Musizieren nicht in einem hektischen Praktizismus steckenbleibt, der dann vielleicht sogar als Handlungsorientierung missverstanden wird, sind sehr sorgfältig die weitergehenden Chancen auszuloten, die sich durch das eigene Musizieren eröffnen. Hierfür ist der Blick auf die bewegte Vergangenheit des Musizierens in deutschen Schulen hilfreich und notwendig (vom Stellenwert des Musizierens im Kaiserreich über die Jugendmusikbewegung zu Adornos Kritik daran, von den unterschiedlichen Reaktionen der Musikpädagogik darauf bis zu den Auswirkungen, die zum Teil heute noch musikpädagogische Konzeptionen bestimmen). Über die Auseinandersetzung mit früheren "Ortsbestimmungen" für das Musizieren in der Schule sollen eigene didaktische Begründungen entwickelt werden: Welchen Stellenwert können das eigene Musizieren, die eigenen praktischen Erfahrungen im Umgang mit Musik im breit gefächerten Rahmen der Bildungsangebote der Schule haben? Aus der Erörterung dieser Fragen im Seminar ergibt sich der konzeptionelle Rahmen, in den die Unterrichtsversuche im folgenden Semester gestellt werden. Hier kommt nun in besonderem Maße das Netzwerk (NHS) zum Tragen.

1. Die Organisationsstruktur des Netzwerks (NHS)

Das NHS differenziert nach den Studiengängen LOA (Lehramt Sek.I und II) und LGM/LSO (Lehrämter Grund/Mittelstufe und Sonderschule). Entsprechend der Anzahl der Studierenden in den einzelnen Studiengängen gibt es derzeit für das 5.Semester zwei Kooperationsschulen für LOA und eine für LGM/LSO, im 6. Semester kommen weitere hinzu (m6).

Die Kooperation ist zunächst immer auf ein Jahr beschränkt und kann im beiderseitigen Einverständnis verlängert werden. Bei der Auswahl der Kooperationsschulen ist das Hauptkriterium, dass die Studierenden in dieser Phase der Ausbildung die Chance erhalten, positive Erfahrungen mit Musikunterricht zu machen. Da der Schwerpunkt - wie oben ausgeführt - auf dem schulischen Musizieren liegt, finden die Hospitationen und Unterrichtsversuche in Lerngruppen statt, die möglichst im Klassenverband musizieren können (z.B. Klassenorchester). Für die LOA-Seminare sind die Klassenstufen 5-8 und für die LGM/LSO Seminare die Grundschul-Jahrgänge vorgesehen.
Die Unterrichtsversuche sollen sich in die Planung und den Verlauf des regulären Musikunterrichts vor Ort einfügen. Hierfür ist die Kooperationsbereitschaft der Kollegen vor Ort sowie deren Schulleitungen äußerst wichtig.

Für die Tragfähigkeit des Netzes spielen die sog. Mentoren eine zentrale Rolle. Sie sind das Bindeglied zwischen den kooperierenden Organisationssystemen Hochschule und Schule. Durch die Kenntnis der organisatorischen Abläufe in der Schule können sie einen reibungslosen Ablauf des Hospitationsbetriebs gewährleisten. Durch frühzeitige Planung ist es im Netzwerk (NHS) möglich, die Hochschul-Seminarzeiten mit den Schul-Stundenplänen abzustimmen. Dadurch kann z.B. recht spontan entschieden werden, ob die nächste Sitzung in der Hochschule oder in der Schule stattfindet.

Die Mentoren werden für ihre Arbeit honoriert. Dies geschieht im Rahmen von Lehraufträgen, die dem Hochschullehrstuhl zugeordnet sind.

2. Die Unterrichtsversuche im Rahmen der Seminare zur Schulpraxis im 3. Studienjahr

(5. Semester = Seminare zur Schulpraxis III a)
Am Beginn dieses Semesters stehen zunächst ca. zwei Hospitationen bei der Lern-/Musiziergruppe, in der die späteren Unterrichtsversuche stattfinden sollen. Ziel ist das Kennenlernen der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Leistungsfähigkeit auf den Instrumenten (sofern es sich um ein Klassenorchester handelt). In Absprache mit dem Mentor plant das Seminar anschließend eine 4-wöchige Probenphase für die regulären Klassenorchester-/Musikstunden. Bei der Auswahl der Musizierangebote wird darauf geachtet, dass sie einen gemeinsamen thematischen Rahmen haben. Was damit gemeint ist, soll mit dem nachfolgenden Beispiel verdeutlicht werden.

Ein Beispiel: Das Element Wasser

In der derzeit laufenden Arbeit geht es z. B. um die Auseinandersetzung mit dem Element Wasser, d.h.: Wie beeinflusst, verändert die Nähe von Wasser unser Verhalten, unsere Empfindungen? Wie lassen sich die vielfältigen Erscheinungsformen von Wasser musikalisch darstellen ( der still ruhende See, die Meeresbrandung, der reißende Gebirgsbach, der große Strom, die Regentropfen ....)? Wie werden sie von Komponisten dargestellt? Wie können wir Wasser musikalisch darstellen? Diesen und ähnlichen Fragen wird nun bei der hier dargestellten Arbeit beim Musizieren nachgegangen.
Aus den Bemühungen um eine angemessene Darstellung der Musik können sich Reflexionsanlässe ergeben. Sie ermöglichen ein Nachdenken über Musik, das aufgrund des Musizier-Zusammenhangs von Schülern eher akzeptiert wird als etwa die "trockene Besprechung" von Musikstücken. Die ästhetische Gestaltung von Grunderfahrungen des Lebens, von unser Leben bestimmenden Phänomenen öffnet beim Musizieren Fenster zu einer besonderen Form des Verstehens (vgl. meine Ausführungen in: Christoph Schönherr: Sinn-erfülltes Musizieren - Chancen und Grenzen seiner Vermittlung in Probensituationen, Kassel 1998). Diese Verstehensprozesse, die auf ästhetischen Erfahrungen gründen, bilden eine notwendige Ergänzung zu den zahlreichen oft sehr anders gearteten (Verstehens-)angeboten der übrigen Fächer in der Schule. Während für die Chemie beispielsweise Wasser zunächst einmal H2O ist, interessiert in unserer Arbeit eher das Atmosphärische, das für uns Menschen vom Wasser ausgeht und unser Fühlen, Denken und Handeln beeinflusst. Das darf nicht als eine Polarisierung von Rationalität und Emotionalität missverstanden werden, denn auch hier geht es um Rationalität, allerdings um eine andere Rationalität, die sich nur schwer verbalisieren lässt, andererseits aber in der Musik recht präzise dargestellt werden kann. Der Rahmen dieses Beitrags erlaubt leider keine tiefergehende Erörterung dieses Problems, doch mag am obigen Beispiel ein wenig deutlich geworden sein, welches Ziel hier neben der praktischen Musikausübung mit dem Musizieren im Klassenverband verfolgt wird (siehe hierzu weiterführend: Gernot Böhme: Anmutungen: Über das Atmosphärische, Ostfildern 1998).

Die ca. vier Doppelstunden im Januar werden von den Seminarteilnehmern im Beisein des betreuenden Mentors und des Hochschullehrers durchgeführt. Zuvor entstehen im Seminar "maßgeschneiderte" Arrangements und werden Ablauf und Durchführung der Stunden geplant. Die verschiedenen Aufgaben werden auf die Seminarteilnehmer so verteilt, dass jeder Teilnehmer in der praktischen Arbeit vor Ort einen Part übernimmt. Das kann z.B. eine Tutti-Probe, eine Stimmprobe, die Moderation einer Reflexionsphase, die Anleitung einer Improvisationsphase oder einer Gestaltungsaufgabe usw. sein. Gemeinsam mit dem Mentor findet meist vor Ort direkt im Anschluss an die Stunde eine Nachbesprechung statt. Nach Beendigung der 4-wöchigen Unterrichtsphase folgt im Hochschulseminar die Gesamtauswertung des Projekts.

(6. Semester = Seminare zur Schulpraxis III b)
Auch für dieses Semester sind Hospitationen und Unterrichtsversuche bzw. Proben vorgesehen. Doch gehen jetzt nicht mehr alle Seminarteilnehmer gemeinsam zu den schulischen Lerngruppen, sondern die Studierenden besuchen in Zweier-Teams die Schulen. Da nun eine größere Zahl von Lerngruppen erforderlich ist, erweitert sich der Kreis der Schulen und Kollegen. Neben den Mentoren (M) an den drei Hospitationsschulen stellen dort weitere Kollegen (m) ihre Lerngruppen zur Verfügung. Außerdem kooperieren zusätzlich Kollegen (m6) anderer Schulen mit den drei Hochschulseminaren.
Für die erste Hälfte des 6.Semesters ist eine Zweiteilung der Arbeit vorgesehen:

  • Einerseits werden im Seminar in der Hochschule sog. best practice Modelle vorgestellt. Dies sind erfolgreich in der Schule erprobte Modelle, wie Schüler zum eigenen Musizieren angeleitet werden können (z.B. ein Konzept für einen Gitarrenkurs für Anfänger im Wahlpflichtbereich 9/10 etc.) Das Angebot ist vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass künftige Referendare von Anbeginn eigenverantwortlichen Unterricht erteilen müssen.
  • Andererseits besuchen die Zweier-Teams parallel dazu den oben dargestellten erweiterten Kreis der Schulen. Sie hospitieren zunächst in den Musikstunden, um dann im Beisein des jeweiligen Musikkollegen in die laufende Probenarbeit selbst einzusteigen. Jeder Studierende übernimmt 1 – 2 Proben. Dabei nehmen sich die Studierenden wechselseitig auf Video auf. (Für diese Arbeit werden sie von der Medienabteilung der Hochschule vorbereitet, Einführung in die hochschuleigenen Kameras etc.) In der zweiten Hälfte des Semesters stellen die Teams die Videos ihrer Arbeit dem Seminar vor. Anhand von Ausschnitten werden gemeinsam mit allen Seminarteilnehmern besonders interessante Probenphasen diskutiert und ausgewertet. Weil die Unterrichts-/Probenversuche nicht benotet werden, ist eine offene und konstruktive Kritik in besonderem Maße möglich.

Christoph Schönherr

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Musiklehrer gesucht

Nachdem noch vor wenigen Jahren Absolventen der Studienseminare um eine Einstellung in den Schuldienst bangen mussten, droht derzeit bundesweit ein Lehrermangel. Insbesondere in den akuten Mangelfächern Mathematik, Physik, Informatik, Latein, Musik und Kunst (mittel-fristig auch Englisch, Spanisch, Deutsch, Sport) werden Lehramtsbewerber dringend gesucht.

Allein für durch Pensionierung ausscheidende Kolleginnen und Kollegen im Fach Musik müssen in Hamburg in den nächsten drei Jahren ca.190 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt werden, davon im Bereich Gymnasium ca. 60, im Bereich Gesamtschule ca.70 und im Bereich Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschule ca. 60.

Diesem wachsenden Bedarf an Musiklehrerinnen und Musiklehrern steht ( bundesweit) ein teilweise besorgniserrregender Rückgang der Bewerberzahlen für das Schulmusikstudium entgegen - eine Entwicklung, die Hochschulen, Universitäten, Fachverbände und Bildungspolitiker in der nächsten Zeit sicher nachdrücklich beschäftigen muss.

Aber nicht nur die Einstellungschancen, auch die Einstellungsmodalitäten von Lehramtskandidaten in Hamburg haben sich verändert und verbessert: Neueinstellungen von Lehrerinnen und Lehrern erfolgen auf der Grundlage der Verbeamtung und in der Regel mit dem Angebot einer vollen Planstelle. Zudem ist man bemüht, Ausbildungsschwerpunkte und berufliche Interessen der Bewerber zu berücksichtigen und auf fachliche Bedarfe und pädagogische Profile der Schulen abzustimmen. Gemäß dem Personalentwicklungsplan des Amtes für Schule werden mindestens 25% der Einstellungen eines Jahrgangs als sog. „schulgenaue Einstellungen" vorgenommen, d.h. auf der Grundlage von Stellenausschreibungen durch die einzelnen Schulen (Ausschreibungen im Internet und im Mitteilungsblatt der BSJB) und die Besetzung dieser Stellen nach einem Votum schuleigener Personalausschüssse (bestehend aus Schulleitung, Lehrervertreter, Elternvertreter, Schülervertreter, Personalratsvertreter).

Für neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen gilt dann im übrigen auch das im Personalent-wicklungsplan vorgeschriebene Mobilitätsprinzip, d.h. sie müssen innerhalb ihrer ersten zehn Dienstjahre wenigstens einmal, bei Bewerbungen auf eine Beförderungsstelle in jedem Fall die Schule wechseln.

Um frühzeitige Kontaktaufnahmen von Schulen und Bewerbern für Musiklehrerstellen zu ermöglichen, werden wir an dieser Stelle regelmäßig eine „Stellenbörse" veröffentlichen, in der sich Referendarinnen und Referendare, die ihren Vorbereitungsdienst zum Ende des Schuljahres abschließen, vorstellen.

Uve Urban

Stellenbörse

Gymnasium / Gesamtschule

Marcus BUCK
MUSIK / ENGLISCH
Fruchtallee 122a, 20259 Hamburg
040 / 4019 6718
Klavier
Bigband, Popchor
(Vokalensemble-Praxis)

Markus CHRISTOPHERSEN
MUSIK / GESCHICHTE
Max-Zelck-Straße 5c, 22459 Hamburg
040 / 5891 7652 m.christophersen @ gmx.de
Violine
Orchester, Jazzchor

Christian CLEMENT
MUSIK / PHILOSOPHIE
Henry-Budge-Straße 2, 22297 Hamburg
040 / 560 3072
Klavier, Orgel
Chor, Ensemble-Arbeit
(Kirchenmusik-Praxis, Chorleitererfahrung)

Birgitt EVERS
MUSIK / PHILOSOPHIE / DARSTELLENDES SPIEL
Itzehoer Weg 7, 20251 Hamburg
040 / 480 1300
Klavier
Chor, Musiktheater
(Instrumentalunterrichtspraxis)

Meike GUDDAK
MUSIK / DEUTSCH / DARSTELLENDES SPIEL
Kegelhofstraße 36a, 20251 Hamburg
040 / 4609 5676 meike.guddak @ gmx.de
Klavier
Bigband, Musiktheater

Andreas HETTWER
MUSIK / MATHEMATIK
Wentorfer Straße 81, 21029 Hamburg
040 / 7254 1180 A.E.Hettwer @ gmx.net
Orgel
Chor
(Kirchenmusik-Praxis)

Frank HOHMEISTER
MUSIK / GESCHICHTE
Ohlendorffstraße 22, 20535 Hamburg
040 / 2517 8399 Hohmeister Frank @ AOL.com
Klarinette
Chor, Ensemble-Arbeit
(Chorleiter- und Kammermusikerfahrung)

Konstanze KLINZING
MUSIK / ENGLISCH
Wentorfer Straße 48, 21029 Hamburg
040 / 7213 160
Blockflöte
Bläserensemble, Tanz, Musiktheater
(Kinderchorpraxis, Musikschularbeit)

Gundula LANGE
MUSIK / DEUTSCH
Lange Reihe 66, 20099 Hamburg
040 / 280 55 794
Cello
Orchester, Chor, Kammermusik
(Instrumentalunterrichtspraxis)

Anja MERHOF
MUSIK / FRANZÖSICH / DARSTELLENDES SPIEL
Sierichstraße 148, 22299 Hamburg
040 / 4677 7213; amerhof @ gmx.de
Klavier
Orchester, Chor
(Musikschularbeit)

Martin MÖLLER
MUSIK / SPORT / DARSTELLENDES SPIEL
Hüttkoppelstieg 36, 22359 Hamburg
040 / 6009 6581
Klavier
Rock/Pop, Musiktheater
(Musical- und Theaterpraxis)

Veronica SAEZ-EGGERS
MUSIK / SPANISCH
Kimbernstieg 15, 22445 Hamburg
040 / 551 8896 saezeggers @ aol.com
Klavier
Chor
(Chorleitererfahrung)

Julia SAUCKE
MUSIK / ENGLISCH
Schmarjestraße 8, 22767 Hamburg
040 / 3861 3813
Klarinette
Chor, Ensemblearbeit, Samba batucada
(Kammermusik-, Chorleitererfahrung, Samba batucada)

Timo SAUERWEIN
MUSIK / GESCHICHTE
Achter de Höf 9, 22559 Hamburg
040 / 8196 7751 timosauerwein @ t-online.de
Klavier, Gesang
Chor, Orchester, Band
(Chorleitererfahrung, Vokalensemble)

Verena SCHRÖTER
MUSIK / DEUTSCH
Max-Brauer-Allee 75, 22765 Hamburg
040 / 3861 4564 verenaschroeter @ gmx.de
Klavier
(Instrumentalunterrichtspraxis)

Claudia VALENTIN
MUSIK / KUNST
Vereinsstraße 39, 20357 Hamburg
040 / 4328 0749
Gitarre
Chor, Tanz
(Chorleitererfahrung, sozialpädagogische Erfahrung)

 

Grund-/ Haupt-/ Real- und Sonderschule

Ute MARTENS
MUSIK / MATHEMATIK
Käkenflur 25, 22419 Hamburg
040 / 537 18218 UteMartens @ aol.com
Blockflöte
Grundschule
(Chorleitererfahrung, Musikschulpraxis)

Katja TREUMANN
MUSIK / DEUTSCH
Adalbert-Stifter-Strasse 19, 22880 Wedel
04103 / 12 4555
Rhythmik
Grundschule
(Instrumentalunterrichtspraxis, Ensemble-Leitung)

Angela REICHELT
MUSIK / MATHEMATIK
Karbergweg 25, 21035 Hamburg
040 / 729 792 66
Gesang
Grundschule
(Instrumentalunterrichtspraxis, Chorleitererfahrung)

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Hamburger Schulen musizieren 2000

Ein Musikfestival Hamburger Schulmusik

"Tutú Marambá", so brasilianisch tönten 800 Stimmen durch die schöne Aula der Rudolf-Steiner-Schule Farmsen beim von Kolja Zimowski geleiteten Offenen Singen. Das erste von insgesamt elf Begegnungskonzerten der Reihe "Hamburger Schulen musizieren 2000" führte sechs Gruppen unterschiedlicher Schulformen zusammen, den Mittelstufen-Chor und den CANTILENE-Kinderchor des Helene-Lange-Gymnasiums (Ltg. Rainer Bruns), den Klassenchor 10b der Albert-Schweitzer-Schule (Ltg. Kai Jacobs) und die Chöre und Orchester der Rudolf-Steiner-Schule Farmsen (Ltg. Jörn Rüter, Sonja und Kolja Zimowski). Die Zusammenstellung des Programms begeisterte durch die Vielfältigkeit und die fantasiereiche Darstellung der gebotenen Stücke. Mit einem Stück aus dem Zyklus "Draculand", das von Jens Marggraf für den CANTILENE-Kinderchor geschriebenen wurde, setzte dieser Chor mit Präzision, Musizierfreude und Klangschönheit einen glanzvollen Höhepunkt.

Leider fehlt der Raum, alle Begegnungskonzerte ausreichend zu würdigen, doch seien wenigstens deren Titel genannt, um einen Eindruck zu vermitteln:

"Nacht der heißen Hörner I+II" (Big-Band, Gesamtschule, Gymnasium), "Musik macht Spaß im Zirkus-Manege frei" (Grundschulen), "Orchesterbegegnung" (Gymnasien), "Chorbegegnung I+II" (Gesamtschule, Gymnasien, Rudolf-Steiner-Schule), "Klassenmusizieren I+II" (Klassenorchester, Bläser- und Streicherklassen, Gymnasien), "Volksdorfer Schulen musizieren" und "Harburger Schulen musizieren" (Begegnung von Stadtteil-Schulen; alle Schulformen).

"Nacht der heißen Hörner" in Hamburg-Schnelsen am 7. 6. 2000: HEISSE HÖRNER (Big Band
der Julius-Leber-Schule, Ltg. Ruth Andersen), jazzpirin (Stadt-Teil-Big-Band für Schnelsen
und Eidelstedt, Ltg. Hans Jünger) und Willie's Groove (Big Band des Wilhelm-Gymnasiums,
Ltg. Lutz Kannenberg)

Mit den Treffen von musizierenden Klassengemeinschaften sowie von Stadtteilschulen wurden die bereits bekannten und bewährten Begegnungen von Ensembles gleicher Art (Chor, Orchester, Big-Band) durch weitere Konzertschwerpunkte ergänzt bzw. vertieft. Die Resonanz seitens der Schüler und Eltern war ausgesprochen positiv, so dass diese Aspekte der Begegnung beibehalten und sogar weiter ausgebaut werden sollten.

Zusätzlich zu den Begegnungskonzerten fanden 25 weitere Konzerte statt, in denen Schulen ihr facettenreiches Musikleben demonstrierten. Auch hier mögen einige Titel die Vielfalt des Musiklebens an Hamburger Schulen andeuten: "Jazz-Abend", "Brassband in concert", "Musikfest 00", "Mozart im Dschungel", "A-Chor-Revue - Von Barock bis Pop", "Luise Open-Air" "Mitmachlieder", "Sommerkonzert".

A-Orchester des Hansa-Gymnasiums und des Luisen-Gymnasiums Bergedorf (Ltg. Johannes
Rasch)

Alle Konzerte, die ich miterleben konnte, waren durch fröhlich agierende Schülerinnen und Schüler, durch engagiert vorbereitete Beiträge von gutem und teilweise herausragendem Niveau sowie durch ein aufgeschlossenes Publikum geprägt. Dort wo das Publikum durch Mitmach-Aktionen eingebunden wurde, kam es sehr schnell zu einer guten Stimmung.

Allen Kolleginnen und Kollegen sei an dieser Stelle noch einmal für die Organisation und Durchführung sowie die liebevolle Ausgestaltung dieser Konzerte herzlich gedankt! Als Anerkennung der Leistungen wurde allen teilnehmenden Gruppen eine u.a. vom Landesschulrat Peter Daschner unterzeichnete Urkunde überreicht.

Die Konzertreihe "Hamburger Schulen musizieren" wird alle zwei Jahre vom Landesverband Hamburg in Zusammenarbeit mit der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung und der Kulturbehörde durchgeführt.

"Schulen musizieren" wird nicht als Wettbewerb ausgerichtet - es ist vielmehr eine Veranstaltungsreihe, die die ganze Breite schulischen Musizierens zeigen will. Die starke Beteiligung aus den unterschiedlichen Schulformen zeigt die ungebrochene Attraktivität des Musikunterrichtes an den Hamburger Schulen. In den Monaten Juni und Juli haben über 100 Gruppen aus 50 Schulen an den Konzerten teilgenommen. Besonders erfreulich ist, dass einige Schulen sich mit mehreren Konzerten beteiligten.

Die nächste Reihe "Hamburger Schulen musizieren" wird im Jahr 2002 stattfinden. Die schriftlichen Einladungen gehen im Januar 2002 allen Schulen zu. Alle Konzerte erscheinen auf Plakaten und Faltblättern und werden nach Möglichkeit in den Medien angekündigt.

Weitere Mitwirkende sowie Ideen, z.B. für die Ausgestaltung von Begegnungskonzerten sind jederzeit willkommen!

Johannes Rasch

A-Orchester des Hansa-Gymnasiums und des Luisen-Gymnasiums Bergedorf (Ltg. Johannes
Rasch)

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Fortbildungsangebote

der Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik

Die seit nunmehr 14 Jahren stattfindende „Musikwerkstatt" wird in diesem Jahr in der Zeit vom 19. bis 21. April durchgeführt .Die Tagung wendet sich an Lehrkräfte, die an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen Musik unterrichten. Die Kurse betreffen vor allem den Unterricht in den Klassen 1 bis 6, es gibt aber auch Kurse für die Klassen 7 bis 10. Die Kurse werden z.T. von „Spezialisten" durchgeführt, viele aber auch von Lehrerinnen und Lehrern, die aus ihrer Unterrichtspraxis berichten. In allen Kursen wird mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praktische gearbeitet.

Wer an der diesjährigen „Musikwerkstatt" teilnehmen möchte, kann im März das Vorprogramm mit dem Anmeldeformular anfordern.

Im Juli gibt es einen ganztägigen Ferienkurs „Musik in der Grundschule", und zwar vom

23. bis 25. Juli. Auch hierfür nähere Informationen und Anmeldung über die Beratungsstelle .

Das Kursangebot an Fortbildungsveranstaltungen für alle Schulstufen im kommenden Schuljahr wird im Sommer veröffentlicht und kann bei Übersendung eines frankierten Freiumschlages angefordert werden, es erscheint außerdem im Verzeichnis des Instituts für Lehrerfortbildung.

Rosemarie Arnold

Anfragen zum Fortbildungsangebot im Fach Musik:
Rosemarie Arnold
Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik
Hartsprung 23, 22529 Hamburg, Tel. 040 / 42801.2635
e-mail: arnold.ifl @ hh.schule.de

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Computer und Musikunterricht

Fortbildungstagung für Musiklehrerinnen und Musiklehrer an Gymnasien und Gesamtschulen 16.-18.November 2000

Einmal im Jahr veranstaltet das Institut für Lehrerfortbildung (IfL) eine Tagung für Musiklehrerinnen und Musiklehrer an Gymnasien und Gesamtschulen. Die letzte fand zum Thema Computer und Musikunterricht in den neu ausgestalteten und personell betreuten Räumen des IfL zur informationstechnischen Bildung statt.

Zur Eröffnung näherten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleichermaßen einander wie dem Tagungsthema, indem sie in Arbeitsgruppen mit Stimme und Instrumenten ein Video über Computer vertonten. (Das Nebenthema der Tagung war Filmmusik),

Anschließend zeigten Referentinnen und Referenten aus der Schule und von Software-Firmen in 13 von 19 Veranstaltungen die vielen Möglichkeiten, den Computer einzusetzen: Zum Beispiel zu Hause bei der Unterrichtsvorbereitung können ältere wie die neuesten Musik-stücke aus dem Internet heruntergeladen, für das Klassenorchester arrangiert und als Noten ausgedruckt werden. Im Unterricht können am Bildschirm zeitgenössische wie historische Musiken in diversen Darstellungsweisen beim Hören veranschaulicht werden. Vor allem aber ermöglicht es der Computer, dass Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen Musik produzie-ren, arrangieren und instrumentieren.

Am Ende wurden in Arbeitsgruppen, die stufenweise zusammenfanden, die neuen Erfahrun-gen ausgewertet und Perspektiven für die Schulpraxis formuliert. Eine Arbeitsgruppe für die Orientierungsstufe kam bezeichnenderweise nicht zustande. Abschließend wünschten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine baldige Fortsetzung.

Der Arbeitskreis Musik und Medien, mit dessen Hilfe die Tagung gestaltet wurde, trifft sich alle drei Monate in den Computerräumen einer anderen Schule, weiter Einzelveranstaltungen stehen demnächst im Internet. Kontakt: wallbaum.iflspamfilter@hh.schulespamfilter.de.

Dr. Christopher Wallbaum

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Referenten und Referentinnen für die Herbsttagung Musik gesucht

Thema: Mit Körper und Stimme
Zeit: 22.-24.November
Ort: Sunderhof

Nach der letzten Tagung in Hamburg zu neuen Medien soll unsere jährliche Tagung in diesem Jahr wieder im Sunderhof stattfinden. Wir suchen dafür Beiträge. Nachgemacht oder selbst erfunden, tragfähig für eine Stunde oder ein Jahr. Im Zentrum sollen Körper und Stimme stehen. Zum Beispiel Bodypercussion, Singen in der Klasse, Produzieren einer Radiowerbung für den Schulchor, Selbstgänger für den Chor oder was Euch/Ihnen dazu einfällt.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung. (Am liebsten in geraden Wochen donnerstags von 15-16.30 Uhr unter 42801.2671, sonst privat unter 595839.)

Christopher Wallbaum
Institut für Lehrerfortbildung
Beratungsstelle für Schul- und Jugendmusik

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„Können wir bitte was Englisches singen?“

Für Schüler haben englisch-sprachige Lieder gewissermaßen ein Gütesiegel, deutsche Lieder hingegen sind „out". Jan Kramer - geb. 1943 und Musiklehrer an der Gesamtschule Bergedorf - reagierte auf dieses Problem, indem er begann, eigene Lieder zu texten und zu komponieren.

Jan Kramer erzählt aus den Siebziger Jahren: „Als ich damals meine erste ,richtige' Stelle am damaligen Gymnasium Krausestraße in Hamburg antrat, liefen zunächst Lieder wie ,Michael, row the boat ashore' oder ,Nobody knows the trouble I've seen' noch ganz gut, aber sollte man damit schon in der fünften Klasse beginnen? Griff man aber auf deutsches Liedgut zurück, betrat man auf zweierlei Weise eine andere Welt: Musikalisch gesehen war es die Welt Dominante, Tonika und Leitton, und textlich war es die Welt von schwarzbraunen Mägdlein, lustigen Handwerkern und durch den Hühnerstall Motorrad fahrenden Omas."

Es erwies sich hingegen als äußerst schwierig, fast unmöglich, deutsche Lieder zu finden, die musikalisch den Geschmack der Schüler trafen und gleichzeitig über einen Text mit einer Aussage, einem gewissen Anspruch verfügten. „Nach längerer Ausführung der für Musiklehrer typischen Tätigkeit, nämlich dem schon unendlich oft wiederholten Durchblättern der vorhandenen Liederbücher auf der Suche nach ungehobenen Schätzen," so Jan Kramer, „entschloss ich mich, Text und Musik nach meinen Vorstellungen selber zu machen. Aus den Reaktionen der SchülerInnen konnte ich entnehmen, dass meine Überlegungen richtig waren. Sie sangen und singen diese gezielt neu verfassten Lieder richtig gern. Bis heute, also gut dreißig Jahre nach meinem ,Opus 1' lebe ich im Musikunterricht in hohem Maße von und mit diesen Liedern."

Viele Hamburger Musiklehrer haben von Jan Kramers Liedern, die er bei Lehrerfortbildungen vorstellte, bereits profitieren können. Trotz ihrer hervorragenden Eignung für den Unterricht und der erstaunlich hohen Akzeptanz bei Schülern, sind Kramers Lieder in Liederbüchern leider jedoch nur sehr vereinzelt zu finden. Zum großen Teil sind sie nicht einmal veröffentlicht, denn die Verlage greifen lieber auf altbekannte Lieder zurück. Ein kleiner Trost für uns Musiklehrer: Man kann Jan Kramers unveröffentlichte Werke (und soweit vorhanden auch Tonträger) bei ihm privat gegen einen Unkostenbeitrag bestellen (Bezugsadresse siehe unten).

Ein Beispiel: Die Liedkantate „Kleiner Vogel, flieg"

Zu Kramers nicht-veröffentlichten Liedern gehört unter anderem die Liedkantate „Kleiner Vogel, flieg", die das Kommen und Gehen der Zugvögel am Schicksal eines einzelnen Vogels darstellt. Angesichts des Titels könnte man meinen, die Lieder seien für die Grundschule geeignet, aber nicht für die Sekundarstufe I. Dem ist aber nicht so! Sie werden von 5. Klassen sowie Unterstufenchören mit Begeisterung gesungen, ja: geliebt, denn sie sind fantastisch komponiert und vor allen Dingen auch sehr geschickt getextet. Die sechs Lieder sind sehr unterschiedlich, und so macht ein ständiger Wechsel zwischen ruhigen, beschaulichen, quasi romantischen Liedern einerseits und rhythmisch prägnanten, harmonisch raffinierten und mitreißenden Liedern andererseits den Liederzyklus für Sänger und Zuhörer sehr abwechslungsreich und unterhaltsam. Der Text ist regelrecht dramatisch und spannend gestaltet. Auch formal sind die Lieder ansprechend und durch ihre Variabilität außerdem der individuellen Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Sing-Gemeinschaften leicht anzupassen. So wurden z.B. kurze zweistimmige Passagen und ein Kanon integriert, aber dennoch ist es auch möglich, die gesamte Kantate einstimmig zu singen.

Ich selbst - Schulmusikerin am Walddörfer-Gymnasium in Hamburg Volksdorf - habe die Kantate im vergangenen Jahr mit einer fünften Klasse eingeübt und aufgeführt. Trotz der relativ langen Probenzeit haben wir uns nie gelangweilt. Da wir den Ehrgeiz hatten, den gesamten Text (über zwanzig Minuten!) auswendig vorzutragen, kamen wir auf die Idee, manche Textpassagen als Solo oder von einzelnen Gruppen singen zu lassen, um somit den einzelnen Schüler textlich etwas zu entlasten. Dadurch wurde die Probenarbeit erst recht interessant, denn es entstand ein Wechsel aus Singen und Sprechen, Tutti, Soli und Wechselgesängen, die als zusätzliches „Bonbon" für die Übephasen äußerst anregend war und die Zuhörer später sehr beeindruckte. Inhaltlich entspricht dieses Vorgehen dem Text, da in einigen Liedern Vogelgruppen und auch einzelne Vögel miteinander dialogisieren, in anderen hingegen das narrative Element überwiegt.

Es liegt auf der Hand, dass sich die Kantate auch als Ausgangspunkt für ein fächerübergreifendes Projekt hervorragend eignet (z.B. Biologie, Darstellendes Spiel, Deutsch). Dem Einfallsreichtum des einzelnen Lehrers sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die Lieder liegen als Melodien mit Akkordbezeichnung vor. Für diejenigen, die einen Eindruck von einer möglichen Klavierbegleitung (inkl. Vor- und Zwischenspielen) bekommen möchten, empfiehlt sich zusätzlich der Erwerb einer Playback-CD. Ab und zu stellt Jan Kramer seine Lieder auch in Fortbildungsveranstaltungen vor (und übt sie bei dieser Gelegenheit mit den Teilnehmern ein). Hier sind sicherlich auch einige Tipps zur Begleitung aufzuschnappen.

Zur Person

geboren 1943
ab 1963 Studium der Schulmusik, sowie Komposition und Arrangement in Hamburg
ab 1967 Studium der Germanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Hannover
ab 1970 Lehrtätigkeit am Gymnasium Krausestraße
seit 1980 bis heute Lehrer an der Gesamtschule Hamburg-Bergedorf
1982 dreifacher Preisträger in einem Wettbewerb für neue Lieder, ausgeschrieben im Rahmen der „Tage der Schulmusik"

Nicht-veröffentlichte Werke

Kontakt über: Jan Kramer, Gesamtschule Bergedorf, Ladenbeker Weg 13, 21033 Hamburg
oder über E-mail:
JanKramerspamfilter@t-onlinespamfilter.de

  • Lieder-Sammelband
  • Singstück mit Instrumenten zur Brecht-Ballade vom "Kinderkreuzzug"
  • Stück für Chor, Solisten und Sprecher zum Thema Tschernobyl
  • "Der Fremde", halbszenisches Stück mit Tänzen zum Thema Ausgrenzung und Vorurteil.
  • Collage aus Chorgesang, Walgesang mit Instrumenten, Songs und Sprechern über das Schicksal der Wale
  • "Die Tretmühle", ein Stück über einen Schulalltag mit einer überraschenden, alles auf den Kopf stellenden Kehrtwendung
  • Musical aus Anlass des Kolumbus-Jahres über die Ausbeutung der sogenannten dritten Welt

 Veröffentlichte Werke

  • „Willi Wumm", "Das war der Klaus" (Ganovenlied), „Stadtbilder" (Liederzyklus) und "Eine Reise nach Amerika" (Auswahl aus dem Liederzyklus „Musikalische Weltreise") sind in der Loseblattsammlung RAAbits Musik (Verlag: Josef Raabe) erschienen.
  • Das Lied „Schrottrock" erschien im Bund-Verlag in der Reihe Student für Europa (Band Liedersonne) sowie im Liederbuch Canto (Ausgabe Ost) des Schroedel-Verlages.

Gudrun Schnepel

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