vds-magazin: Heft 20 (Apr 2009)
Vier Baustellen
"Jahr der Künste" - diesen Beinamen haben die Schul- und die Kultursenatorin der Freien und Hansestadt dem Jahr 2009 gegeben, um die "ästhetische Arbeit an Hamburger Schulen zu stärken". Für den VDS Hamburg scheint 2009 das "Jahr der Großbaustellen" zu werden, denn die für 2010 geplante Schulreform, das soeben angeschobene Projekt "Jedem Kind ein Instrument", die Novellierung des Lehrerarbeitszeitmodells und die in Hamburg stattfindende Bundesbegegnung "Schulen musizieren" nehmen alle Kräfte des kleinen Landesverbandes in Anspruch ...
Baustelle 1: Schulreform
"Lernbereich Künste" - so hieß das neue Fach, das in einem ersten Entwurf für die geplante sechsjährige Primarschule als Ersatz für Bildende Kunst und Musik vorgesehen war und auch noch das Darstellende Spiel mit abdecken sollte. Von diesem Plan, dessen Umsetzung der musikalischen Bildung in Hamburg einen schweren Schlag versetzt hätte, ist die Behörde nach Intervention aller musikpädagogischen Verbände wieder abgerückt. In dem am 2. 2. 2009 veröffentlichten Rahmenkonzept für die Primarschule hat sie die Fachlichkeit von BK und Musik ausdrücklich festgeschrieben und damit eine in der Vergangenheit nicht immer wahrnehmbare Zugänglichkeit für Argumente bewiesen.
Damit sind aber längst nicht alle Probleme, die die Schulreform dem Fach Musik bereitet, vom Tisch. Wenn der Wahlpflichtbereich der Primar- und Stadtteilschulen zweite Fremdsprache und Musik in Konkurrenz zueinander stellt, wird Musik zum Fach für die schwächeren Schüler - das Austrocknen von Musikklassen und erweitertem Musikunterricht ist vorprogrammiert. (Ausführliche Stellungnahme des VDS Hamburg vom 1. 3. 2009 siehe Kasten 1.) Ohnehin ist noch ungeklärt, auf welche Weise die bisherigen musikalischen Zusatzangebote der weiterführenden Schulen in die neue Struktur hinübergerettet werden können. Die Vorstellung eines von Klasse 1 bis 6 reichenden musikalischen Bildungsganges aus einem Guss ist verlockend. Sie kann aber nur Wirklichkeit werden, wenn die Fachleute vor Ort passgenaue Konzepte entwickeln - und wenn die Behörde auf ihren Rat hört.
Wir bleiben am Ball!
Baustelle 2: JeKi
"Jedem Kind ein Instrument" - das hatte Bildungssenatorin Dinges-Dierig (CDU) kurz vor der Bürgerschaftswahl 2008 versprochen. Die grüne Schulsenatorin Christa Goetsch hat nun begonnen, dieses Versprechen einzulösen. 7,5 Mio € sind in den hamburgischen Haushalt eingestellt worden, um im kommenden Schuljahr alle Zweitklässler der vorerst 61 JeKi-Grundschulen mit den nötigen Instrumenten und Instrumentallehrkräften zu versorgen. Besonders erfreulich: dieses kostenlose Bildungsangebot kommt schwerpunktmäßig Kindern in sonst benachteiligten Stadtteilen wie Billstedt und Jenfeld zugute. (Pressemitteilung des VDS Hamburg vom 10. 1. 2009 siehe Kasten 2.)
Eine Baustelle bleibt JeKi dennoch. Allzu oft schon haben sich viel versprechende Unternehmungen als Strohfeuer entpuppt, und allzu beliebt sind Leuchtturmprojekte, die zwar viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber kaum Breitenwirkung entwickeln. Immerhin: am 16. 9. 2009 hat Senatorin Goetsch bei einer Podiumsdiskussion ausdrücklich der Forderung des VDS zugestimmt, am Ziel der nachhaltigen und flächendeckenden Einführung von JeKi festzuhalten. Wenn das Wirklichkeit wird, hat Hamburg Grund zum Feiern.
Wir behalten die Sache im Auge!
Baustelle 3: Lehrerarbeitszeit
"Wieviel WAZ?" - diese Frage stellen sich Hamburger Musiklehrer, wenn sie sich über ihre Chöre, Bands und Orchester unterhalten, und meistens sind es zu wenig "Wochenarbeitszeitstunden". Die Lehrerarbeitszeitverordnung von 2003 geht offensichtlich davon aus, dass das Leiten von schulischen Musikensembles, das Veranstalten von Schulkonzerten oder das Organisieren von Instrumentalunterricht keine große Mühe und eigentlich auch nicht nötig ist. Die Unterfinanzierung außerunterrichtlicher Musikangebote hat zu einem beklagenswerten Rückgang des Musiklebens an Hamburger Schulen geführt.
Grund zur Hoffnung gibt die Reaktion der Schulbehörde auf den Bericht der Behler-Kommission, die das Hamburger Lehrerarbeitszeitmodell überprüfen sollte. Deren Empfehlungen sind zwar unter dem Gebot der Auskömmlichkeit entstanden und beschränken sich daher auf geringfügige Retuschen (am weitreichendsten noch die Deckelung der Unterrichtsverpflichtung auf 29 Wochenstunden). Die am 29. 10. 2008 angekündigte "große Novellierung der Lehrerabeitszeit" lässt jedoch weitergehende Änderungen erwarten - bis hin zu einem möglichen Verzicht auf die Faktorisierung. Im September 2009 sollen Verbesserungsvorschläge vorgelegt werden, erarbeitet von einer Arbeitsgruppe, an der auch Lehrkräfte beteiligt werden sollen. Dass darunter auch ein Vertreter des bislang so stiefmütterlich behandelten Faches Musik ist, darum bemüht sich der VDS Hamburg derzeit nach Kräften.
Wir geben nicht auf!
Baustelle 4: Bundesbegegnung
"Hamburg - Ohr zu Welt" - das Motto, unter dem vom 4. bis 7. Juni 2009 die 15. Bundesbegegnung "Schulen musizieren" in Hamburg stattfinden wird, parodiert den Slogan "Hamburg - Tor zur Welt", mit dem die Hansestadt als größter deutscher Hafen für sich zu werben pflegt. Hamburg ist ja nicht nur Ausgangspunkt für Reisen in alle Welt, sondern auch Treffpunkt für Kulturen aus aller Welt. Pop- und Kunstmusik, niederdeutsche und türkische Folklore, Kirchenchor und Big Band begegnen und mischen sich hier zu einem farbenfrohen Kaleidoskop.
Diese Freude an der Vielfalt soll auch die diesjährige Bundesbegegnung demonstrieren. Schon allein das Zusammentreffen von Musikensembles aus 16 Bundesländern und aus dem Partnerland Lettland gewährleistet kulturelle Begegnungen verschiedenster Art. (Programm und Liste der Ensembles siehe Kasten 3.) Noch bunter wird das Ereignis durch die unterschiedlichen Orte, an denen die Konzerte stattfinden: St. Pauli-Landungsbrücken (Open Air Bühne an der Elbe), St. Petri (älteste Pfarrkirche Hamburgs), Fabrik Altona (früher Maschinenfabrik, jetzt Jazz- und Rocktempel), Kaischuppen 50 (am Hansahafen), Laeiszhalle (von einem Hamburger Reeder gestifteter Konzertsaal) und Deutsches Schauspielhaus (größtes deutsches Sprechtheater).
In einer Großstadt eine Bundesbegegnung zu organisieren, ist eine echte Herausforderung. Manches, was anderswo von alleine geht, muss hier mühsam ausgehandelt, erkämpft, inszeniert werden. Aber mit Sicherheit ist diese von allen Baustellen diejenige, die am meisten Spaß macht. Und wenn die ersten Töne erklingen, werden alle Schwierigkeiten vergessen sein -
wir freuen uns darauf!
von Hans Jünger
Dokument 1: Stellungnahme zu den Rahmenkonzepten
Verband deutscher Schulmusiker (VDS)
Landesverband Hamburg
Musik in der Primarschule - Musik in der Stadtteilschule
Stellungnahme zu den Rahmenkonzepten für Primarschule, Stadtteilschule und sechsstufiges Gymnasium (2. 2. 2009)
1. Positiv: Fachlichkeit
Mit großer Erleichterung haben wir zur Kenntnis genommen, dass in dem Rahmenkonzept für die Primarschule von einem "Lernbereich Künste" nicht mehr die Rede ist. Die Formulierung auf S. 12 ("Bildende Kunst und Musik werden als Fächer unterrichtet") macht unmissverständlich klar, dass die beiden ästhetischen Fächer in ihrer Fachlichkeit erhalten bleiben, dass also der Unterricht in diesen Fächern von fachlich qualifizierten Lehrkräften gestaltet werden soll. Damit ist eine wichtige Voraussetzung sowohl für die fachübergreifende und fächerverbindende Kooperation von Bildender Kunst, Musik und den übrigen Fächern der Primarschule als auch für den Erfolg des Projekts "Jedem Kind ein Instrument" gewährleistet.
2. Problematisch: Wahlpflichtunterricht Primarschule
Mit Sorge haben wir zur Kenntnis genommen, dass in den Klassen 5 und 6 das Wahlpflichtfach Musik in Konkurrenz zur zweiten Fremdsprache steht. Das Rahmenkonzept für die Primarschule ist in diesem Punkt etwas missverständlich, weil es den Ausdruck "Wahlbereich" anders verwendet, als es bislang in den Richtlinien für die weiterführenden Schulen üblich war. (Zudem ist der Sprachgebrauch uneinheitlich. In der Formulierung auf S. 13 "Dieser Wahlbereich wird entweder in Form ..." wird "Wahlbereich" und "Wahlangebot" gleich gesetzt; gemeint ist offensichtlich das, was an der weiterführenden Schule "Wahlpflichtbereich" heißt. Wenige Sätze später heißt es aber: "... könnten in einer dreizügigen Primarschule bis zu vier Wahlbereiche eingerichtet werden". Hier ist mit "Wahlbereich" offensichtlich nicht "Wahlpflichtbereich" gemeint - das wäre ja wohl kaum zu finanzieren -, sondern "Wahlpflichtfach".) Die Diskussionen in den RSKs (z. B. in RSK 11) haben aber inzwischen klar werden lassen, dass für die Klassen 5 und 6 nur ein Wahlpflichtbereich eingerichtet werden soll, der mehrere - an einer dreizügigen Primarschule bis zu vier - Wahlpflichtfächer zur Wahl stellt, wovon mindestens eines eine zweite Fremdsprache sein muss. Anders gesagt: Nach der 4. Klasse entscheiden sich die SchülerInnen entweder für eine der angebotenen zweiten Fremdsprachen (mit vier Wochenstunden Unterricht) oder für ein anderes vierstündiges oder zwei andere zweistündige Fächer.
Bedauerlich ist diese Regelung, weil sie zu einer Entmischung führt, die doch eigentlich der Zielsetzung der Schulreform widerspricht: Wer das Abitur anstrebt, wählt eine Fremdsprache, der "Rest" der SchülerInnen wählt eines der Alternativfächer. Aus fachlicher Sicht spricht gegen diese Regelung, dass sie den Transfer der derzeit an weiterführenden Schulen existierenden erweiterten Musikangebote in die Primarschule erheblich erschwert. Die Nachhaltigkeit von "Jedem Kind ein Instrument" wird auf diese Weise in Frage gestellt, die Weiterführung eines verstärkten (über den Pflichtunterricht hinausgehenden) Musikunterrichts über Klasse 4 hinaus ist nicht gewährleistet. Wünschenswert wäre, nicht einen, sondern zwei Wahlpflichtbereiche einzurichten, von denen nur einer die zweite Fremdsprache anbietet.
Nicht ohne Grund hat man sich seinerzeit an den Hamburger Gesamtschulen für ein solches Modell entschieden. Dort werden seit Jahrzehnten und mit Erfolg zwei Wahlpflichtbereiche organisiert (die beiden in Klasse 7 beginnenden sogenannten "großen" Wahlpflichtbereiche - nicht zu verwechseln mit dem in Klasse 9 beginnenden sogenannten "kleinen" oder "ästhetischen" Wahlpflichtbereich). Beide "großen" Wahlpflichtbereiche stellen jeweils eine gewisse Anzahl von Wahlpflichtfächern zur Wahl, nur einer jedoch bietet zweite Fremdsprachen an. Wer das Abitur anstrebt, kann also im WPB I Spanisch, Französisch oder Latein (je nach Möglichkeiten der Schule) erlernen und kann trotzdem im WPB II eine Naturwissenschaft, ein ästhetisches Fach oder Sport usw. belegen.
Es spricht vieles dafür, diese in langjähriger Praxis bewährte Regelung in die Klassen 5 und 6 der Primarschule zu übernehmen. Sie würde das Problem der Entmischung lösen und die Nachhaltigkeit der musikalischen Bildung gewährleisten.
3. Problematisch: Wahlpflichtunterricht Stadtteilschule
Mit Sorge haben wir zur Kenntnis genommen, dass auch die Stadtteilschule nur einen "großen" Wahlpflichtbereich organisieren soll (S. 20). Dies bedeutet gegenüber der gegenwärtigen Praxis der Gesamtschulen - wie bereits erläutert: einer bewährten Praxis - eine dramatische Verschlechterung des Bildungsangebots. Dies gilt in besonderem Maße für den Bereich der musikalischen Bildung. Nicht wenige weiterführende Schulen haben bislang den Wahlpflichtbereich II dazu verwendet, erweiterten Musikunterricht zu organisieren.
Das wird unter den Vorgaben des Rahmenkonzepts für die Stadtteilschule nicht mehr möglich sein. Die Alternative zweite Fremdsprache oder Musik wird immer zulasten des nicht abiturrelevanten Faches Musik entschieden werden, Musik wird zum Fach für Nicht-Abiturienten abqualifiziert. Das kann nicht im Sinne der Schulreform sein, und es ist nicht nachzuvollziehen, wie es zu dieser Regelung kommen konnte. Wir empfehlen daher dringend, auch an der Stadtteilschule nicht einen, sondern zwei Wahlpflichtbereiche einzurichten, von denen nur einer die zweite Fremdsprache anbietet.
Sorgen bereitet uns auch eine weitere Neuerung, die die Stadtteilschule von der Gesamtschule und erstaunlicherweise auch vom geplanten sechsstufigen Gymnasium unterscheidet. Während bisher an der Gesamtschule und auch zukünftig am Gymnasium in den Klassen 7 und 8 die Fächer Bildende Kunst und Musik als Pflichtfächer unterrichtet und erst ab Klasse 9 als Wahlpflichtfächer angeboten werden, sollen sie in der Stadtteilschule von vornherein zur Wahl gestellt werden (als "kleiner" bzw. "ästhetischer" Wahlpflichtbereich). Die SchülerInnen müssten sich bereits bei der Anmeldung an der Stadtteilschule zwischen Bildender Kunst, Darstellendem Spiel und Musik entscheiden.
Es ist nicht nachvollziehbar ist, wieso hier ein Unterschied zwischen StadtteilschülerInnen und GymnasiastInnen gemacht wird - aus unserer Sicht ein Unterschied zulasten der StadtteilschülerInnen. So wünschenswert es ist, dass SchülerInnen nach Interessen und Neigungen persönliche Schwerpunkte setzen können, so wichtig scheint es uns, in Erinnerung zu behalten, dass die Entscheidung für oder gegen ein Schulfach der vorangehenden Orientierung bedarf - wer nicht sieht, was zur Wahl steht, kann nicht wählen. Es stellt sich aber die Frage, ob das Bild, das sich PrimarschülerInnen von einem Schulfach machen, der Realität an der Stadtteilschule entspricht. Sicher ist es wünschenswert, dass Primar- und weiterführende Schulen so eng zusammenarbeiten, dass dies der Fall ist. Beim gegenwärtigen Zustand unseres Schulwesens kann man noch nicht davon ausgehen, das PrimarschülerInnen am Ende von Klasse 6 wissen, was sie in den entsprechenden Fächern an den weiterführenden Schulen erwartet.
Es wird daher zumindest vorerst nötig sein, an der Stadtteilschule mit Pflichtunterricht zu beginnen, der die SchülerInnen mit Zielen, Inhalten und Arbeitsweisen der Fächer bekannt macht, und sie dann erst eine Entscheidung treffen zu lassen. Ob sie diese Wahl nach Klasse 7 oder 8 treffen und ob sie irgendwann, nachdem sich die Wogen der Schulreform geglättet haben, bereits nach Klasse 6 in der Lage sind, eine begründete Wahl zu treffen, das wird sich zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt empfehlen wir, die Fächer Bildende Kusnt und Musik zumindest in Klasse 7 als Pflichtfach zu organisieren.
1. 3. 2009
Dokument 2: Pressemitteilung des VDS Hamburg
Verband deutscher Schulmusiker (VDS)
Landesverband Hamburg
Jedem Kind ein Instrument!
Die BSB sorgt für Bildungsgerechtigkeit an 61 Schulen
Der Verband deutscher Schulmusiker begrüßt den Start des Hamburger Projekts "Jedem Kind ein Instrument" und freut sich über die Bildungschancen, die gerade auch Kindern in benachteiligten Stadtteilen eröffnet werden.
Er empfiehlt, das Projekt schrittweise auf alle Hamburger Grund- bzw. Primarschulen auszuweiten und auf diese Weise Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen.
Er warnt davor, an Nicht-JeKi-Schulen das Stundenvolumen im Fach Musik zu halbieren.
Wenn "Elphi" ein Leuchtturm ist, dann ist "Jeki" eine ganze Flutlichtanlage. Das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" (gestern von der Hamburger Schulbehörde vorgestellt 1) kostet den Staat nur ein Hundertstel von dem, was er für die Elbphilharmonie aufwenden muss. Es verspricht aber ein Vielfaches der Wirkung auf das Hamburger . Konzertveranstalter werden nicht mehr zwischen musikalischem Fast Food oder leeren Sälen zu wählen haben, sondern ein junges und kundiges Publikum bedienen müssen. An der Musikhochschule werden sich nicht mehr nur Virtuosen aus dem fernen Osten, sondern auch Hamburger Nachwuchstalente auf Musikerberufe vorbereiten. Usw.
Viel wichtiger aber ist dies: Wenn tatsächlich jedes Hamburger Grundschulkind die Möglichkeit bekommt, kostenlos ein Musikinstrument seiner Wahl zu erlernen, wird ein Stück verwirklicht, auf das Hamburg stolz sein kann. Was bisher nur Kindern aus bildungsnahem und finanzkräftigem Elternhaus geboten wurde, ist dann für alle erreichbar.
Voraussetzung ist allerdings, dass es nicht bei 61 Schulen bleibt. So vernünftig es ist, klein anzufangen und schrittweise aufzubauen, so wichtig ist es, am Ziel der Einführung von JeKi festzuhalten. Anders als Stadtteilschule und Gymnasium, bei denen individuelle Profile Sinn machen, müssen Primarschulen allen Kindern unabhängig von Stadtteil und Elternhaus die gleichen Bildungschancen bieten.2 Wenn Eltern bereits bei der Einschulung ihrer Sechsjährigen zwischen Jeki-Schule und Nicht-Jeki-Schule wählen müssten, hätte die Hamburger Schulreform ihren Anspruch verfehlt. Und wenn dann an Nicht-Jeki-Schulen auch noch die Zahl der Musikstunden halbiert würde (solche Pläne existieren 3), könnte von Bildungsgerechtigkeit nicht mehr die Rede sein.
1 Vgl. Pressemitteilung der BSB vom 9. 1. 2009: <http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/1054820/2009-01-09-bsb-jedem-kind-ein-instrument.html>
2 Vgl. Stellungnahme der Elternkammer vom 9. 12. 2008: <http://www.elternkammer-hamburg.de/fileadmin/user_upload/_temp_/beschluesse/2008/ST_577_PrS.pdf>
3 Vgl. Pressemitteilung des VDS vom 26. 11.: <http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Musik/vds-Hamburg/download/Verband_deutscher_Schulmusiker_08_11_26.pdf>
10. 1. 2009
Dokument 3: Programm der 15. Bundesbegegnung "Schulen musizieren" 2009
Donnerstag, 04. Juni 2009 | |
13:00 – 19:00 Uhr | Hamburg-Tag: |
18:00 Uhr | Begegnungskonzert I in der Hauptkirche St. Petri |
Freitag, 05. Juni 2009 | |
vormittags | Schulkonzerte |
13:00-17:00 Uhr | Individualkonzerte (Seniorenheime, JVA, Open-Air-Bühne u.a.) |
13:00-16:00 Uhr | Ensembles musizieren auf dem Solarkatamaran auf der Binnenalster |
14:30-16.00 Uhr | Hafenrundfahrt mit der „Missisippi-Queen" |
18:00 Uhr | Begegnungskonzert II (Rock-/Pop) in der „Fabrik" Altona |
Samstag, 06. Juni 2009 | |
09:00-11:00 Uhr | Teilnehmerworkshops: lettische Volkstänze, Jazz-Chor, Offenes Singen |
12:00-16:00 Uhr | Individualkonzerte (Seniorenheime, JVA, Open-Air-Bühne u.a.) |
13:00-16:00 Uhr | Ensembles musizieren auf dem Solarkatamaran auf der Binnenalster |
14:30-16.00 Uhr | Kleine Hafenrundfahrt mit Transfer zum Hafenmuseum |
14:30-17.00 Uhr | Kompositionswettbewerb „Hamburg – Ohr zur Welt" im Hafenmuseum |
Ab 17:30 Uhr | Verpflegung in der Kantine von Gruner & Jahr |
20:00 Uhr | Begegnungskonzert III in der Laeiszhalle |
Sonntag, 07. Juni 2009 | |
vormittags | musikalische Umrahmung von Gottesdiensten |
12:00 Uhr | Begegnungskonzert IV im Schauspielhaus |
Bundesland | Ensemble | Schulart |
Baden-Württemberg | NEUER KAMMERCHOR des Schiller-Gymnasiums Heidenheim | Gymnasium |
Bayern | Klassenmusizieren und -singen der Klassen 7 und 8 an der Grund- und Musik-Hauptschule Ruhstorf a.d. Rott | Hauptschule |
Berlin | Percussiongruppe der Johann-Strauß-Grundschule Berlin | Grundschule |
Brandenburg | Tanzgruppe „Kreativ" der Oberschule Premnitz | Oberschule |
Bremen | Bigband-Klasse „Jazz Kids" am Schulzentrum Sebaldsbrück | Gymnasium |
Hamburg | „Eulenspatzen" der Grundschule Eulenkrugstraße (Chor und Orchester) | Grundschule |
Hessen | Orchester des Gymnasiums Edertalschule Frankenberg | Gymnasium |
Mecklenburg-Vorp. | Orchester und Orff-Gruppe der Niels-Stensen-Grundschule, Kammerorchester der weiterführenden Schule Schwerin | Grundschule |
Niedersachsen | Dixieland-Band „Allertown Stompers" des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums Celle | Gymnasium |
Nordrhein-Westf. | Christophorus-Jugendkammerchor Versmold | Gymnasium |
Rheinland-Pfalz | AG Neue Musik am Leininger-Gymnasium Grünstadt | Gymnasium |
Saarland | Samba-AG „Drumlins" am Albert-Einstein-Gymnasium sowie Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium Völklingen | Gymnasium |
Sachsen | Tanzstudio der 12. GS Dresden (Abt. des Fördervereins der 12. GS Dresden e.V.) | Grundschule |
Sachsen-Anhalt | Kinderchor Wernigerode vom Landesgymnasium für Musik | Gymnasium |
Schleswig-Holstein | Bigband des Lessing-Gymnasiums Norderstedt | Gymnasium |
Thüringen | Ensemble „Klosterschule" Roßleben | Gymnasium |
Lettland 1 | Rigaer 6. Mittelschule, Blasorchester „Auseklitis" | Mittelschule |
Lettland 2 | Livanu 1. Mittelschule, Folklore-Ensemble | Mittelschule |
Lettland 3 | Jelgava 4. Mittelschule, Mädchenchor „Spigo" | Mittelschule |
Förderschulen: | ||
Nordrhein-Westf. | Schulchor der Wichernschule Minden | Förderschule |
Sachsen | Trommelgruppe „Hakuna Matata" der Sonnenhof-Schule, Föderschule für geistig Behinderte, Auerbach/Vogtland sowie Mittelschule „Gotthold Ephraim Lessing" aus Lengenfeld | Förderschule |


