vds-magazin: Heft 16 (Mai 2007)
"Musik gewinnt"
Musikalisches Leben in Schulen
Die Schule für Körperbehinderte Hirtenweg und die Gesamtschule Horn sind beim diesjährigen Bundeswettbewerb "musik gewinnt" ausgezeichnet worden.
Der Wettbewerb, den der VDS zusammen mit dem Deutschen Musikrat, der Strecker-Stiftung, der "Initiative Hören" und dem WDR initiiert hat, fördert Schulen, deren musikalische Angebote breit angelegt sind und viele Schülerinnen und Schüler erreichen.
Schulen sollen zum Ort musikalischen Lebens werden.
Michael Huhn, Musiklehrer an der Schule für Körperbehinderte Hirtenweg und kooptiertes Vorstandsmitglied des VDS Hamburg, hat die Jury vor allem mit seiner Schülerband "Die heißen Reifen" beeindruckt.
"Die heißen Reifen"
Bei den "heißen Reifen" spielen 12 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6-10. Musiziert wird auf originären Bandinstrumenten. Junge Musiker mit Bewegungs- und Spracheinschränkungen setzen aber auch Mini-Sampler ein, die mit Hand-, Fuß- oder Kopftastern angesteuert werden.
Professionell aufgenommene CDs, zahlreiche Auftritte und der zweimalige Gewinn eines Talentwettbewerbes zeigen, auf welch hohem musikalischen Niveau hier gearbeitet wird.
Doch das musikalische Leben der Schule Hirtenweg wird von einer Vielzahl weiterer spannender Projekte geprägt. Es bestehen Kontakte zur Hamburger Staatsoper, deren Veranstaltungsreihe "Musikkontakte" regelmäßig von Schülern der 5. und 6. Klassen besucht wird. Zwei Chöre sorgen vokal und mit choreographierter gestischer und mimischer Begleitung für Highlights. Begegnungskonzerte mit angrenzenden Schulen intensivieren den Kontakt zwischen behinderten und nichtbehinderten Schülergruppen und selbst ein im hohen Norden skeptisch aber neugierig beäugter Karnevalsumzug durch die ganze Schule sorgt für Stimmung. Zudem ermöglichen die so genannten "Live Music Now" Konzerte in der Aula der Schule Hirtenweg den Kontakt zu jungen Profimusikern, die nach ihren musikalischen Darbietungen das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern suchen.
Veo Veo
Arend Schmidt-Landmeier und Jens Everling, beide Musiklehrer an der Gesamtschule Horn, überzeugten die Jury vor allem mit ihrem Projekt "Veo Veo". Der gleichnamige Sommer-Hit der Band "Hot Banditoz" hatte nach den großen Ferien vor allem die Fünft- und Sechstklässler der Schule fest im Griff. Die Begeisterung der Schüler, die in der Regel weder privat ein Instrument lernen noch in außerschulischen Musikgruppen mitwirken, wurde in konkretes musikalisches Handeln umgesetzt: Ein Vorgehen, dass das daraus entwickelte musikpädagogische Konzept der Schule weiterhin bestimmt. Ziel ist es, jeden Schüler entsprechend seiner Fähigkeiten und Neigungen mit dem Fach Musik in Berührung kommen zu lassen. So wurden die bereits vorhandenen rhythmischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler auf Perkussionsinstrumenten mit einem Bewegungstraining kombiniert, das nicht nur half, motorische Defizite abzubauen, sondern den Antrieb stärkte, ein gemeinsames Ziel zu erreichen und dabei auch Hindernisse zu überwinden.
Mit vier Auftritten von "Veo Veo" im Rahmen der Polizeishow 2005 begeisterten Schülerinnen und Schüler aus 8 Klassen über 17.000 Zuschauer in der Alsterdorfer Sporthalle. Vorausgegangen war ein mit zahlreichen Proben und Zwischenaufführungen gefülltes intensives Probenjahr. Beide Musiklehrer und eine Jazzdance-Lehrerin hatten die choreographischen und musikalischen Proben im regulären Musikunterricht und vielen Zusatzproben durchgeführt.
Die neue musikpädagogische Konzeption wurde fest im internen Lehrplan verankert, weitere Großprojekte folgten. Der Musikbereich hat sich seidem enorm verstärkt: Über 75% der der Schüler wählten Musik im Wahlpflichtbereich der Jahrgangsstufe 7. Die Außenwirkung der Konzerte, von CD-Produktionen und Musical-Aufführungen hat viele Sponsoren und Stiftungen überzeugt, die Schule weiter zu unterstützen. Dank einer Kooperation mit der Software-Firma Steinberg ist die Gesamtschule Horn die erste "Steinberg Modellschule" Deutschlands und kann ihren Schülern professionelle Aufnahmetechnik zur Verfügung stellen.
Beide Schulen freuen sich auf die anstehende Preisverleihung in der Kölner Philharmonie.
von Thomas Frey
Kooperation von AfS und VDS
Die desolate bildungspolitische Situation des Fachs Musik ist vielfach beschrieben worden.
Weil das Fach Musik nicht gut da steht, gibt viel zu tun und das Meiste ist dringlich:
- Kürzungen sind zu verhindern,
- die Belange des Faches sind bei Reformen zu vertreten,
- die Einstellung von ausgebildeten Schulmusikern ist wo es geht durchzusetzen,
- Politiker sind zu beraten, wo sie sich beraten lassen,
- die Qualität schulischen Musikunterrichts muss durch Fortbildungen erhalten oder entwickelt werden, usw.
Für diese Aufgaben braucht es Verbände. Die Zahl der Musiklehrerinnen und –lehrer, die neben ihrer Arbeit noch Zeit, Lust und Kraft haben, sich in einem Verband für die Qualität und Quantität ihres Faches zu engagieren, ist begrenzt; die Aufgaben und anstehenden Aufgaben in den Verbänden sind es nicht.
Wenn zwei Verbände das Gleiche tun, verstärkt sich der Effekt nicht unbedingt. Der Effekt multipliziert sich erst dann, wenn zwei zusammen arbeiten!
Was ist eigentlich das Gegenteil von Kooperation? Vor-sich-hinwurschteln? Sich gegenseitig ignorieren? Sich bekämpfen? Was auch immer das Gegenteil ist: angesichts der desolaten Situation des Fachs Musik und der vielen Aufgaben, die sich für die Verbände stellen, ist evident, dass sich dies derzeit niemand leisten kann!
Da VdS und AfS in der Regel zu identischen Themen arbeiten, bietet sich eine Kooperation geradezu an. Seit einiger Zeit ist aus der vorsichtigen Annäherung ja an einigen Stellen der Republik bereits eine echte Kooperation geworden, so auch in Hamburg. Ich möchte im Folgenden über Stolpersteine und Chancen auf dem Wege zu einer Kooperation berichten und dazu etwas aus dem Hamburger Nähkästchen plaudern.
In Hamburg existieren beide Verbände, der AfS und der Vds seit vielen Jahren, wobei sie unterschiedliche Schwerpunkte aufwiesen. Der AfS bietet traditionell die Fortbildungen an, der Vds vertritt die Belange des Faches eher in Gesprächen mit der Schulbehörde und Politikern, wird zu Anhörungen eingeladen und organisiert die Reihe "Schulen musizieren".
Die Kooperation zwischen Vds und AfS in Hamburg hat damit begonnen, dass Vertreter beider Verbände mit dem Landesmusikrat und anderen Verbänden im „Hamburger Bündnis für Musikunterricht“ sehr erfolgreich zusammen gearbeitet haben. In diesem Engagement (Organisation von Aktionstagen, Formulieren von Forderungen zum Musikunterricht und Diskussion dieser Forderungen mit Politikern) waren die Positionen häufig nah beieinander. Aus o.g. Gründen schien eine Kooperation sinnvoll. Einer engeren Kooperation und Verzahnung beider Verbände stand also inhaltlich nichts im Wege.
Als der Vds-Vorstand neu gewählt wurde, entstand die Idee, den AfS-Geschäftsführer in den Vds-Vorstand zu wählen und umgekehrt. So geschah es.
So haben sich die Dinge in Hamburg von einer eher durch Konkurrenzdenken geprägten Situation hin zu einer wirklichen Kooperation entwickelt und entwickeln sich auch weiter in diese Richtung. Inzwischen wird auch der AfS zu behördlichen Arbeitskreisen eingeladen und Vds-Vorstandsmitglieder organisieren im AfS Fortbildungen. das Vertrauen zwischen den Menschen in beiden Vorständen ist gegeben und wenn es Missverständnisse gibt, können die in der Regel schnell geklärt werden. Der Vds wird immer noch eher angesprochen, wenn es um politische Maßnahmen geht, aber es sitzen dann immer auch Vertreter aus dem AfS mit am Tisch.
Trotzdem ist es immer wieder eine Frage, wann ein Projekt auch nach außen in Kooperation durchgeführt wird und wann ein Verband das alleine durchführt. Das Programmheft des AfS ist weiterhin ein AfS-Heft, wie "Schulen musizieren" weiterhin ein Vds-Projekt ist, auch wenn es in Kooperation mit anderen Verbänden veranstaltet wird.
Schwierig wird eine Kooperation an Punkten, wo unehrlich kommuniziert wird, Informationen nicht fließen, oder Menschen aus ihrer Situation der Wut oder Betroffenheit nicht mehr herausfinden und das Gespräch dadurch nicht mehr offen geführt wird. In Hamburg ist das glücklicherweise kein Problem.
Raum für Missverständnisse gibt es viel. Nach meiner Erfahrung klärt man die Missverständnisse am besten gleich und in aller Deutlichkeit. Nur so kann Verständnis wachsen und Vertrauen entstehen.
In den Konflikten geht es häufig um diese oder ähnliche Fragen:
- warum steht unser Verband nicht oder kleiner auf dem Plakat als der andere?
- warum wird nur der eine Verband in der Begrüßung genannt?
- warum lädt diese Organisation nur den einen Verband ein?
- warum erhält der Beauftragte dieses Verbands Stundenentlastung und wir machen alles ehrenamtlich?
Aus all diesen Fragen kann man wunderbare Konflikte entstehen lassen, die auch darin enden können, dass die handelnden Personen (und Landesverbände) nicht mehr miteinander kooperieren können. Der Sache allerdings schadet es.
Missgunst, Neid und verletzte Eitelkeiten spielen in allen Verbänden eine Rolle. Je kleiner diese Rolle ist, desto besser. Diese Fragen und Emotionen sind aber zuerst auch Stolpersteine, die ernst zu nehmen sich lohnt. Dieses anzuerkennen und die Folgerungen daraus zu ziehen kann uns weiterbringen.
So Könnten die Antworten auf die oben genannten Fragen lauten:
- wahrscheinlich ist ein altes Plakat wieder verwendet worden und keiner hat darauf geachtet, es zu aktualisieren. Das muss man klären, ohne dass die Situation eskalieren muss.
- Der/dem Begrüßenden ist der andere Verband offensichtlich noch nicht so präsent. Hier muss man also ansetzen, nicht beim Kooperationspartner bzw. Konkurrenten.
- Dasselbe gilt für Einladungen. Allerdings empfiehlt es sich, bei der Bestätigung der Einladung nachzuhaken, ob denn der Partner/Konkurrent auch eingeladen wurde. das stärkt die Position der Schulmusik im Gespräch.
- Stundenentlastung muss man beantragen und durchsetzen, wenn man das denn möchte. Sich aufzuregen, dass andere das vor Jahren bereits gemacht haben, lohnt sich nicht.
Bei der Vorbereitung einer Kooperation ist es wichtig zunächst die folgenden Fragen zu klären:
Was ist die Ausgangslage? Wer ist mein Partner? Worin soll die Kooperation bestehen? Was ist die Basis dieser Kooperation? Wer profitiert wie von der Kooperation? Ist die Basis ausgeglichen oder ist es für einen Partner ein Zuschussgeschäft?
Der Weg zu einer Kooperation führt über eine veränderte Situation, eine neue Zusammenarbeit, deren Bedingungen erst definiert werden müssen. Mit der Zeit lassen sich aber unserer Erfahrung nach die Reibungsverluste minimieren und das Vertrauen wächst. Auch der unterschiedliche Sprachgebrauch (wenn er A sagt, meint er mein B, auch wenn ich es bei mir weiterhin A nenne, kann ich ihn verstehen) kann über eine Verständigung überbrückt werden.
Eine Kooperation kann nur funktionieren, wenn sie im Interesse beider Seiten ist und von den beteiligten Personen gewollt und getragen wird. Sie kann bei der gegenseitigen Information, der wechselseitigen Bewerbung der Veranstaltungen über gemeinsame und klar abgegrenzte Projekte zu einer dauerhaften Zusammenarbeit führen
Wie weit die Kooperation gehen soll und kann, hängt stark von den beteiligten Personen ab. In manchen Bundesländern werden die Verbände sicherlich noch einige Jahre weiter wurschteln, manchmal habe ich den Eindruck, die Herren sind auch stolz darauf. Für den Musikunterricht zahlt sich das allerdings nicht aus. Gemeinsam erreichen wir in der Sache mehr.
von Udo Petersen
"Hauptsache einheitlich"
Die Folgen der Bachelor/Master-Reform für die Lehrerbildung - aufgezeigt am Beispiel des Lernbereichs Musik
Von einer Reform erwartet man normalerweise eine Verbesserung. Bei der gegenwärtig stattfindenden Reform der Hamburger Lehrerbildung ist es nicht leicht, zwischen den massiven Verschlechterungen auch positive Momente zu entdecken. Selbst Behördenvertreter tun sich schwer zu begründen, warum die bisherigen Staatsexamensstudiengänge - vor vier Jahren mit großem Aufwand und erkennbarem Gewinn reformiert - jetzt in modularisierte Bachelor- und Masterstudiengänge umgestaltet werden müssen. Anstelle inhaltlicher Argumente verweist man gern auf den Senator, auf die Kultusministerkonferenz, auf die Bologna-Beschlüsse - es ist halt so befohlen worden.
Was das Hineinpressen des bisherigen Studienangebots in das Prokrustesbett der Bachelor-Master-Struktur für die Qualifikation zukünftiger Lehrer bedeutet, lässt sich mustergültig am Schicksal des Teilstudiengangs "Lernbereich Musik" aufzeigen. Hiermit ist nicht etwa das Schulmusikstudium der Musikhochschule gemeint, sondern eine "Hamburgensie" - wer in Hamburg Grundschulpädagogik studiert, muss zusätzlich zu seinen beiden Schulfächern, für die er ganz regulär an den entsprechenden Fakultäten ausgebildet wird, noch einen drittes Fach wählen: Sachunterricht, Religion, Sport, Darstellendes Spiel, Bildende Kunst oder Musik. In diesem sogenannten "Lernbereich" erwirbt er keine fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten (die werden vorausgesetzt bzw. durch einen Eignungstest überprüft), sondern lediglich fachdidaktische Kompetenzen. Zuständig für das Studienangebot ist daher der Fachbereich Erziehungswissenschaft.
Der Sinn dieser Regelung ist die Stützung des Klassenlehrerprinzips in der Grundschule: Die SchülerInnen sollen möglichst viel Unterricht von der eigenen KlassenlehrerIn bekommen. Was der an Fachkompetenz fehlt, soll durch die Koordinations- und Beratungstätigkeit der voll ausgebildeten FachvertreterInnen ausgeglichen werden. Eigentlich ein vernünftiges Modell - doch im Fach Musik nur an wenigen Schulen realisiert. Der Mangel an GrundschulmusiklehrerInnen hat dazu geführt, dass LernbereichsabsolventInnen oft die einzigen wenigstens ansatzweise qualifizierten Fachkräfte sind. Nicht selten werden sie sogar in den weiterführenden Schulen als Ersatz für den nicht vorhandenen Musiklehrer eingesetzt.
Der Fachbereich Erziehungswissenschaft hat in den vergangenen Jahren auf diese Situation reagiert und ein Curriculum entwickelt, das die "Lernbereichsmusiker" immerhin soweit qualifiziert, dass es verantwortbar erscheint, sie zur behelfsmäßigen Überbrückung des Musiklehrermangels zu verwenden. Es beginnt mit einem Eingangstest, der ausreichende oder zumindest entwicklungsfähige Fachkompetenzen - Singen, Begleitinstrument, Musiktheorie - sicherstellen soll. Wer hier kleinere Defizite aufweist, kann sie in studienbegleitenden Tutorien (oder im Selbststudium) beheben. Im Grundstudium informiert eine Vorlesung - "Was ist guter Musikunterricht?" - über aktuelle musikdidaktische Modelle und Konzeptionen, ein Proseminar - "Musikpraxis für die Grundschule" - dient der Reaktivierung und dem Ausbau der oft verschütteten musikpraktischen Fähigkeiten, soweit sie für den Unterricht auf der Primarstufe von Belang sind. Im Hauptstudium folgen dann zwei Hauptseminare, die in Unterrichtssimulationen das Unterrichten in den einzelnen Lernfeldern - Singen, Tanzen, Spielen, Hören - trainieren. Schließlich bereitet ein Vertiefungsseminar mit aktuellem musikdidaktischem Schwerpunkt (z. B. Inhaltsauswahl im Musikunterricht) auf die mündliche oder schriftliche Staatsexamensprüfung vor. Das Lernbereichsstudium umfasst auf diese Weise 12 Semesterwochenstunden und erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens zwei (meist drei bis vier) Jahren. Erfreulicherweise ist die Nachfrage groß, und jedes Jahr gehen etwa 40 AbsolventInnen ins Referendariat (darunter nicht wenige, die eigentlich das Zeug zu einem Schulmusikstudium gehabt hätten).
Von diesem über die Jahre gewachsenen Lehrangebot wird ab kommendem Wintersemester kaum noch mehr als die Hälfte übrig sein. In Zukunft soll der Teilstudiengang Lernbereich Musik nur noch 7 Semesterwochenstunden umfassen und bereits nach einem Jahr zu Ende sein. Damit bleiben zum einen viele Inhalte auf der Strecke, für die schlicht die Zeit nicht reicht. Ob es nun die interkulturelle Musikpädagogik, die neuen Medien oder Fragen des schulischen Musiklebens trifft - irgendetwas wird gestrichen werden und der Eigeninitiative der Studierenden überlassen bleiben müssen. Zum anderen entfällt durch die Stauchung des Studiums auf einen kurzen Zeitraum der gerade im Fach Musik so wichtige Übungseffekt. Fähigkeiten wie Gesang, Instrumentalspiel, Dirigieren und Probenleitung können sich nicht mehr entwickeln und müssen daher bereits bei Studienbeginn vorhanden sein. Damit wird sich die Hürde im Eingangstest dramatisch erhöhen, die Zahl der AbsolventInnen im Lernbereich Musik wird dramatisch zurückgehen, ihre Verwendung als Musiklehrerersatz wird nicht mehr zu verantworten sein.
Der Arbeitsbereich Musikpädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft hat sich alle Mühe gegeben, eine kreative Lösung für dieses Problem zu finden. Doch die strikte Vorgabe, dass das Studium fortan in Modulform stattzufinden hat, dass ein Modul 12 Leistungspunkte zu erbringen hat und dass es nach zwei Semestern mit einer Modulprüfung abzuschließen ist, lässt keinen Spielraum für fachspezifische Sonderwege - die Uniformität der Strukturen ist offenbar wichtiger. Damit siegt wieder einmal die einfache Verwaltbarkeit über die inhaltliche Angemessenheit, die Ökonomie über die Qualität.
Beim Militär wird gern der folgende durchaus lehrreiche Witz erzählt. Der Ausbilder fragt seine Rekruten: "In welcher Himmelsrichtung geht die Sonne auf?" - Rekrut Müller antwortet: "Im Westen, Herr Unteroffizier!" - "Was meinen Sie, Meier?" - "Im Westen, Herr Unteroffizier!" - "Und Sie, Schmidt?" - "Im Westen, Herr Unteroffizier!" - "Na gut, im Westen - Hauptsache einheitlich!"
von Hans Jünger
Fortbildungskurse des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS)
Landesbereich Schleswig-Holstein/Hamburg
Eine Auswahl von Fortbildungskursen des AfS wird im Terminkalender angezeigt.
Anmeldung über:
www.afs-musik.de
oder bei:
Udo Petersen,
Lutterothstr. 82, Hamburg,
Fax : 040 / 432 721 24 20255,
E-Mail: Udo.Petersen@t-online.de




